Feuerwehren Karstädt : Geld reicht für Bedarf nicht aus

Die Lackierung des 40 Jahre alten Mercedes 408 sieht auf den ersten Blick top aus, auf den zweiten weniger, wie Dargardts Ortswehrführer Bodo Burmeister weiß.
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Die Lackierung des 40 Jahre alten Mercedes 408 sieht auf den ersten Blick top aus, auf den zweiten weniger, wie Dargardts Ortswehrführer Bodo Burmeister weiß.

Ersatzfahrzeuge für Reckenzin und Dargardt, neues Rettungsgerät und Digitalfunk übersteigen den Etat der Gemeinde Karstädt. Was letztendlich angeschafft wird, entscheiden die Gemeindevertreter am 13. März.

svz.de von
02. März 2014, 12:00 Uhr

„Wir werden auch die nächsten Jahre zahlungsfähig sein, das ist das Positive“, berichtete Ramona Storbeck, Kämmerin der Gemeinde Karstädt, am Donnerstagabend den Mitgliedern des Finanz- und Werksausschusses. Auch könne sie das Defizit von rund 380 000 Euro in diesem Jahr durch entsprechende Rücklagen ausgleichen. Aber sie machte zugleich deutlich, dass ihr der Ergebnishaushalt in den kommenden Jahren zu schaffen mache, da sei eine Haushaltssicherung künftig nicht mehr abzuwenden.

Es helfe nur Sparen, wie auch Bürgermeister Udo Staeck einräumte. Allerdings gibt es noch größere Unbekannte, wie zum Beispiel höhere Steuereinnahmen – dadurch könnte alles ein bisschen freundlicher in Zukunft aussehen. Aber die vorrangige Devise heißt eben Sparen. Das wollen zumindest die Mitglieder des Finanz- und Werksausschusses bei der Wunschliste der Ortsvorsteher nicht. „Die Liste sollten wir beachten. Es sind zumeist kleine Sachen, die aber die Bürger bewegen“, machten sich Wolfgang Franzke und Siegfried Schlestein stark. Auf keinerlei Diskussion ließ sich der Ausschuss bei notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für den Kita- und Schulbereich ein.

Diskussionsbedarf gibt es allerdings weiter im Bereich der Feuerwehr. Fakt ist, dass im Haushalt für den pflichtmäßig anzuschaffenden Digitalfunk 45 000 Euro eingestellt sind. Rund 8000 Euro schießt der Landkreis noch dazu. Weitere 60 000 Euro sind für die Anschaffung zweier Ersatzfahrzeuge für Reckenzin und Dargardt eingeplant.

Der Finanz- und Werksausschuss wird auf der Gemeindevertretersitzung am 13. März eine Empfehlung abgeben, die die Dargardter nicht gern hören. Das Fahrzeug sei mittlerweile repariert und hat jetzt noch zwei Jahre Tüv. Es seien den Dargardtern genügend Angebote unterbreitet worden. Wichtiger sei, dass man einen Großteil der 30 000 Euro schon 2014 in ein neues Rettungsgerät (Schneid- und Spreizgerät) investiert, was für 2015 geplant ist. Den Rest könnte man für weitere Handfunksprechgeräte aufwenden.

Zeitgleich zum Ausschuss tagten die Wehrführer der Gemeinde Karstädt. „Unsere bevorzugte Variante wäre die Anschaffung eines neuen Rettungsgerätes. Die Anforderungen der Automobilhersteller werden immer höher, so müssen wir uns mit unserer Technik darauf einstellen. Unseres ist aber noch funktionstüchtig“, sagt Gemeindebrandmeister Heino Gerloff. Er führte auch die Problematik Digitalfunk aus. „Wir haben im Gemeindegebiet 25 Fahrzeuge, die jeweils mit einem Gerät ausgerüstet werden müssen, um die Verbindung mit der Leitstelle zu gewährleisten. Vom Bürgermeister sind 25, 26 Handfunksprechgeräte geplant. Wir haben einen Bedarf von 62 ermittelt“, so Gerloff weiter. Realistisch wäre so eine Summe von 90 000 Euro. „Wir haben vom Bürgermeister gesagt bekommen, dass wir uns entscheiden sollen, wie wir das zur Verfügung stehende Geld verwenden wollen. Wir treffen in der nächsten Woche unsere Entscheidung“, kündigte der Gemeindebrandmeister an.

Die Dargardter versuchen weiter, um ein für sie akzeptables Fahrzeug zu kämpfen. „Wir wollen eine langfristige Lösung und kein Fahrzeug, das schon 15, 20 Jahre alt ist“, so Ortswehrführer Bodo Burmeister, der auch dazu Stellung nahm, dass ihm und seinen Kameraden vorgeworfen wurde, nicht mit nach Nordhausen gefahren zu sein, um sich Feuerwehrfahrzeuge anzusehen. „Wir arbeiten alle, da können wir nicht innerhalb von vier Tagen einfach mal für einen Tag frei machen.“ Sie favorisieren ein Fahrzeug, das Baujahr 2008 ist und rund 60 000 Euro kostet. Das gibt’s aber nicht. So will Burmeister versuchen, andere Geldquellen zu erschließen.

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