Unterstützung gesucht : Geld für löchrigen Schatzkasten

Diesen Schatzkasten der Stadtkirche möchte der Förderverein mit Hilfe der Weihnachtsspenden restaurieren lassen.
Diesen Schatzkasten der Stadtkirche möchte der Förderverein mit Hilfe der Weihnachtsspenden restaurieren lassen.

Förderverein des Prignitz-Museums bittet um Spenden für 400 Jahre alte Truhe aus der Havelberger Stadtkirche

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03. Januar 2016, 18:40 Uhr

Zum guten Brauch gehört es beim Verein „Freunde und Förderer des Prignitz-Museums Havelberg“, die Grüße zum Jahreswechsel alljährlich mit der Bitte um Geld für ein Spendenobjekt zu verbinden. Diesmal geht es um den Schatzkasten der Stadtkirche. Die schmiedeeiserne Truhe aus der Stadtkirche diente der sicheren Aufbewahrung von Geld und Dokumenten der Pfarrgemeinde St. Laurentius in Havelberg und wurde einst als Schatzkasten der Stadtkirche bezeichnet.

Ein Handwerkermeister hat vor rund 400 Jahren die aufwendig gestaltete Truhe geschmiedet, berichtet der Vorsitzende des Fördervereins, Harald Wildhagen. Mit Rosen und Rankenwerk bemalt, stand sie dann über Jahrhunderte in der Sakristei der Stadtkirche. Zwei Vorhängeschlösser und ein geheimes Schloss im Truhendeckel, der mit neun Zuhaltungen versehen war, sorgten für hohe Sicherheit. Im Inneren ist die Schlossdeckplatte in feiner durchbrochener Arbeit mit zwei Pferden und Rankenwerk verziert.

„Die Truhe befindet sich leider in einem schlechten Zustand. Der Schließmechanismus funktioniert nicht mehr, und am Truhenboden ist die Korrosion schon so weit vorangeschritten, dass Löcher sichtbar werden. Für den Erhalt des Schatzkastens ist eine Restaurierung dringend geboten“, hofft der Vereinsvorsitzende auf die finanzielle Hilfe von Museumsfreunden. Vor über 80 Jahren wurde die Truhe in den Museumsbestand aufgenommen, ergänzt Museologin und Vereinsmitglied Antje Reichel. Sie vermutet, dass der Schatzkasten ursprünglich auf einem kalten feuchten Fußboden in der Sakristei gestanden hat. Im Museum wurde die Truhe dann über Jahrzehnte in der stadtgeschichtlichen Ausstellung gezeigt, konnte aber wegen des durchgerosteten Bodens in der 1998 erneuerten Dauerausstellung schon nicht mehr präsentiert werden.

Inzwischen lässt sich die Truhe nicht mehr öffnen. Bevor die eigentliche Konservierung beginnen kann, muss der Restaurator erst einmal den Deckel öffnen. Dann wird es an die Korrosionsentfernung und die Konservierung des Truhenbodens gehen. Reinigung der Oberflächen und partielle Retusche der farbigen Bemalung schließen sich an.

Vor kurzem ins Museum zurückgekehrt sind zwei Exponate, die mit Hilfe von Spenden restauriert wurden. Das ist zum einen die fast 300 Jahre alte Vertikal-Sonnenuhr aus Eichenholz, für die 2014 um Unterstützung gebeten wurde. Außerdem erhielt die wertvoll gestickte Schützenfahne von 1849 ihr ursprüngliches Aussehen wieder.

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