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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 02:24 Uhr

Prignitz : Geld fließt in die Feuerwehren

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreisverband und Verwaltung sind zufrieden mit Förderung durch das Land / Problem bleiben zusätzliche Aufgabe für die Kameraden.

von
erstellt am 10.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Das werden die Landtagsabgeordneten aus der Prignitz und der Ostprignitz gerne gehört haben: Die Feuerwehren haben kaum einen Grund zu klagen, sondern sind zuallererst dankbar. Das ist das Fazit einer gemeinsamen Gesprächsrunde mit den Politikern, zu der der Kreisfeuerwehrverband und der Landkreis eingeladen hatten.

Erich Schlotthauer, im Kreis Sachbereichsleiter Brand- und Katastrophenschutz, begründet den Dank vor allem mit dieser Zahl: „1,6 Millionen Euro hat der Kreis zwischen 2007 und 2014 vom Land als Förderung erhalten. Davon konnten wir 20 Löschfahrzeuge kaufen.“ Für fünf weitere Fahrzeuge liegen die Förderanträge auf dem Tisch und Schlotthauer ist zuversichtlich, dass auch diese finanziert werden.

Gut sei ebenfalls, dass es die jetzige Landesregierung geschafft habe, einheitliche Strukturen im Brand- und Katastrophenschutz aufzubauen. Brandenburg war das letzte Bundesland ohne so eine Struktur. Damit sei die Zusammenarbeit der Wehren bei überörtlichen Einsätzen einfacher geworden. „Jetzt wissen wir, welche Technik vorhanden ist, mit welcher Mannschaftsstärke die Wehren anrücken“, so Schlotthauer.

Zugleich dienen diese Standards als Grundlage für die technische Ausrüstung, können Träger des Brandschutzes gezielt Investitionen beantragen. Davon habe der Kreis profitiert. Als Beispiel nennt Schlotthauer den mobilen Behandlungsplatz 25. Mit diesem können bis zu 25 Verletzte in einer Stunde medizinisch erstversorgt werden. Seit Februar 2013 ist er in Wittenberge stationiert. Zeitgleich erhielt der Kreis einen Mannschaftstransporter, der Rettungskräfte des DRK zu den Einsatzorten bringt. Beide Fahrzeuge wurden zu 70 Prozent vom Land gefördert.


Mehrzweckboote auf der Wunschliste


Auf Schlotthauers Wunschliste stehen noch Mehrzweckboote und Krankentransportwagen. Da das Förderprogramm des Landes mindestens bis 2015 beschlossen ist, mache er sich berechtigte Hoffnungen auf weitere Finanzspritzen.

Diese kommentarlos positive Bilanz der Feuerwehren werde durch bekannte Probleme getrübt. Eines davon ist die Wertschätzung dieses Ehrenamtes. Schlotthauer plädiert für eine attraktive Förderung der Feuerwehrarbeit.

Derzeit liegt sie in den Händen der Kommunen, beginne bei einer Aufwandsentschädigung für die Kameraden. Denkbar seien Vergünstigungen beim Besuch kommunaler Einrichtungen. „Wir können nichts vorschreiben, aber jede Kommune sollte prüfen, wie sie die Arbeit der Kameraden unterstützen kann“, sagt Schlotthauer.

Das setze voraus, dass das Land die Kommunen finanziell so ausstattet, dass diese gewisse Spielräume haben. Stärker noch sollte sich das Land Gedanken über die Förderung von mittelständischen Firmen machen, deren Angestellte in Feuerwehren aktiv sind.

Zuschüsse für ausgefallene Arbeitsleistungen durch Einsätze könnten nur die Basis sein. Für prüfenswert erachtet der Sachbereichsleiter steuerliche Vergünstigungen. Allen Beteiligten müsse klar sein, dass gerade in Brandenburgs ländlichen Regionen die Feuerwehren vor personellen Herausforderungen stehen.

„Unser Grundproblem ist nach wie vor, dass gut ausgebildete Kräfte die Region verlassen, weil sie woanders mehr verdienen können“, so Erich Schlotthauer. Um so wichtiger sei es, den verbliebenen potenziellen Kameraden die Mitgliedschaft in der Feuerwehr schmackhaft zu machen.

Ein zweites Problem verlangt nach einer Lösung: Immer häufiger übernimmt die Feuerwehr Aufgaben, für die sie nicht zuständig ist. Beispiele sind Türnotöffnungen oder das Säubern von Straßen. „Die Feuerwehren sind die bequemste Lösung“, erklärt Schlotthauer. Warum könne die Türnotöffnung für die Polizei nicht ein ortsansässiger Schlüsseldienst übernehmen? Warum müssen dafür ehrenamtlich tätige Kameraden ihre Freizeit opfern?, fragt er.


Keine unnötigen Aufgaben zusätzlich


Feuerwehren seien nur für eine unmittelbare Gefahrenabwehr zuständig, stellt der Experte klar. Für das Fällen von Bäumen nach Sturmschäden sei der Straßenbaulastträger zuständig, also Kommune, Kreis, Land oder der Bund. Es müssen Lösungen gefunden werden, die auch nachts und an Feiertagen greifen. Der Automatismus, die Feuerwehr als Mädchen für alles zu rufen, müsse ein Ende haben. Dies wurde den Landtagsabgeordneten als Aufgabe diktiert.


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