Wertstoffsammlung : Gelbe Säcke sparsam verwenden

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Neuer Entsorger bittet um sachgemäßen Gebrauch. Becker Umweltdienste bleibt Partner fürs Abholen.

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02. Dezember 2014, 22:00 Uhr

„Es tut uns leid, die gelben Säcke sind alle.“ Diesen Satz dürften in den vergangenen Wochen so einige Prignitzer gehört haben, als sie bei der kommunalen Ausgabestelle ihre Rolle abholen wollten. Das Wittenberger Bürgerbüro konnte gut anderthalb Wochen lang gar keine Säcke mehr ausgeben. Das Rathaus in Perleberg musste die Bürger ebenso ein paar Tage vertrösten. Andere Kommunen wie im Amt Bad Wilsnack/Weisen oder die Gemeinden Groß Pankow und Karstädt haben die Menge reduziert, geben pro Haushalt nur noch eine oder zwei Rollen ab. Gerade in Flächengemeinden wie Karstädt ärgerlich für die Bewohner der Randgebiete, holen sie sich doch gerne ein paar Rollen auf Vorrat.

Die Ursache des Engpasses dürfte auch organisatorische Ursachen haben, denn ab dem 1. Januar ist ein neuer Entsorger für die Wertstoffsammlung zuständig. Die Firma Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen aus Neustrelitz, kurz SDL, hat die Ausschreibung für die Entsorgung der gelben Säcke gewonnen und wird künftig vor allem im Altkreis Pritzwalk einsammeln. Im Bereich des Altkreises Perleberg soll der bisherige Entsorger Becker Umweltdienste als Partner der SDL weiterhin die Wertstoffe abholen. „Das ist eine sinnvolle Kooperation, denn Becker sitzt vor Ort und kennt die Gegebenheiten“, sagt Peter Freiesleben, Geschäftsführer der SDL Neustrelitz. Für die Bürger werde sich bis auf die Tourenpläne nichts ändern. „Wir müssen natürlich Touren anpassen, aus diesem Grund bitten wir die Prignitzer, sich den Abfallkalender des Landkreises genau anzuschauen und zu prüfen, ob sich in ihrem Wohngebiet etwas ändert.“

Was die Versorgung mit gelben Säcken angeht, sei SDL erst ab Januar in der Pflicht, liefere aber auf Nachfrage auch jetzt schon Säcke. „Die Ausgabe erfolgt wie gehabt über die Kommunen“, sagt Freiesleben. „Wir bitten aber die Bürger um Verständnis, dass wir damit haushalten müssen, denn die Säcke kosten nun mal Geld, wir müssen das auch kalkulieren.“ Es könne nicht sein, dass die Bürger zum einen die gelben Säcke als kostenlosen Müllsackersatz auch für den Restabfall nutzen oder komplett zweckentfremden. „Es ist aber sichergestellt, dass jeder Bürger die wirklich benötigte Anzahl an Säcken auch bekommt. “ Schließlich weist der SDL-Chef darauf hin, dass in den gelben Sack ausschließlich Verpackungen aus Kunststoff und Metall sowie Getränkekartons gehören. „Andere Kunststoffe müssen in den Restmüll.“

Für Becker Umweltdienste sei der Verlust der Ausschreibung zu verkraften. „Zum einen können wir das durch andere Aufträge kompensieren, zum anderen sind wir ja als Partner weiter in die Abfallentsorgung involviert“, sagt Geschäftsführer Peter Wladacz. Entlassungen infolge der neuen Situation werde es nicht geben.

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