Lama- und Alpaka-Herde in Brandenburg : Gelassenheit mit einem Lama erleben

<strong>Entspannungskünstler: </strong>Anita Selig-Smith mit ihren Lamas. <foto>Jens Rümmler</foto>
Entspannungskünstler: Anita Selig-Smith mit ihren Lamas. Jens Rümmler

Anita Selig-Smith hält inmitten einer herrlichen Natur die größte Lama- und Alpaka-Herde Brandenburgs. Die seltene Huftiere werden zunehmend für Entspannungswanderungen genutzt.

svz.de von
18. Juli 2012, 08:12 Uhr

Schenkendorf | Wenn Alpaka-Hengst Sultan zwei Meter vor einem steht, flößt das durchaus Respekt ein. Sekunden später kommt Lama-Wallach Bino dazu. Beide schauen neugierig, ehe sie auf einer ausgedehnten Weide gleich hinter dem Schloss Schenkendorf ihrer Wege gehen. Hier hält Anita Selig-Smith inmitten einer herrlichen Natur die größte Lama- und Alpaka-Herde Brandenburgs. "Aktuell tummeln sich hier 40 Tiere", sagt die 36-Jährige. Trotz der beeindruckenden Größe gehe von den höckerlosen Kamelen aber keinerlei Gefahr aus. "Die wollen Menschen weder gefallen noch beeindrucken. Ganz im Gegensatz zum Hund", erklärt die gebürtige Chemnitzerin. Mit Streicheleinheiten hätten Lamas und Alpakas eigentlich nicht so viel am Hut. "Am Kopf mögen sie das schon gar nicht."

Gerade hier liege das Geheimnis des Erfolgs bei Menschen, die sich auf die Tiere einlassen. So kommen Sultan, Bino und Co. nicht nur in Seniorenheimen, sondern auch bei der ärztlichen Behandlung von Menschen mit Hyperaktivität, bei ADHS-Patienten und Autisten zum Einsatz. "Streicheln funktioniert nur, wenn man auf ein Level mit dem Tier kommt. Zerrt man hektisch an ihm herum, büxt es aus", beschreibt Anita Selig-Smith die Therapie. Doch die meisten Märker kennen die Schenkendorfer Langhälse von Veranstaltungen, wie dem Niederlehmer Turmfest oder von Weihnachtsmärkten. Hier wird Anita Selig-Smith mit ihren Tieren oft einfach als Hingucker gebucht. "Lamas in Brandenburg sind noch immer etwas besonderes", schmunzelt die Frau, die mit einem Schotten verheiratet ist.

Wer den Zadik-Lamas um Herdhengst Inti näher kommen möchte, kann dies bei geführten Wanderungen tun. "Ich biete Schnuppertouren ab zweieinhalb Stunden sowie vierstündige Routen über Sutschketal und Krummer See an", so Anita Selig-Smith. Die Wanderungen seien eine neue Form, Ruhe und Gelassenheit in der Natur zu genießen. "Hektik und Lärm würden bei den Tieren einfach nicht funktionieren", sagt die zertifizierte Natur-, Kultur- und Landschaftsführerin. Auf die Idee, Lamas zu züchten, sei sie durch ihren Studienaufenthalt in den Vereinigten Staaten gekommen. "An meinem Wohnort lag eine Lama-Zuchtfarm, auf der ich nebenbei arbeitete", sagt Selig-Smith. Letztlich habe sie dann ihr Hobby zum Beruf gemacht, lacht die studierte Umweltingenieurin. Seitdem sie vor mehr als 15 Jahren mit der Zucht begann, geriet eine andere Leidenschaft ins Hintertreffen: "Eigentlich bin ich auch Weltenbummlerin und früher viel gereist." Wenn sie manchmal mit ihren Tieren durch die Region wandert, packe sie durchaus mal das Fernweh.

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