Windpark Karstädt : Gegenwind für Norderweiterung

Der Windpark Karstädt soll nach Norden in Richtung Blüthen noch erweitert werden.
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Der Windpark Karstädt soll nach Norden in Richtung Blüthen noch erweitert werden.

Ortsbeiräte Blüthen und Karstädt nochmals gefordert - Gemeindevertretung lagen abweichende Daten für avisierte Anlagen vor

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21. Juli 2015, 12:00 Uhr

In naher Zukunft werden sich die Ortsbeiräte Blüthen und Karstädt nochmals mit der Norderweiterung des Windparks Karstädt befassen. Eigentlich sollte auf der Gemeindevertretersitzung der Beschluss gefasst werden, dass die Verwaltung damit beauftragt wird, im Rahmen des Beteiligungsverfahrens für den neuen Regionalplan „Freiraum und Windenergie“ die vorgesehene Potenzialfläche als künftiges Windeignungsgebietes bei der Regionalen Planungsgemeinschaft anzumelden. Doch dazu kam es nicht.

„Wir sollten damit sehr vorsichtig und sensibel umgehen. Offensichtlich gibt es Diskrepanzen“, sagte der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Jürgen Ditten. Auch Bürgermeister Udo Staeck äußerte sich dahingehend: „Wenn die Daten nicht übereinstimmen, sollten die Vorhaben nochmals in die Ortsbeiräte und Ausschüsse gehen.“

Was ist geschehen? Der Gemeindevertretung lag eine Planung für eine 89 Hektar große Fläche zwischen Karstädt und Blüthen vor, auf der der Investor, WKN AG, fünf Windräder bauen will. Die angedachte Potenzialfläche für Windenergienutzung müsste aber erst einmal durch die Regionale Planungsgemeinschaft überhaupt als Windeignungsgebiet ausgewiesen werden.

Der Investor legte bereits konkrete Zahlen vor. Die stellte er im März im Ortsbeirat Blüthen und im April in Karstädt vor. Beide hatten mehrheitlich ihre Empfehlung für eine Norderweiterung gegeben. Besonders kritisch beäugen aber die Karstädter solche Vorhaben. Die Gemeindevertreter erhielten von der WKN AG dazu Informationen, in denen unter anderem nur von einer Höhenbegrenzung der Anlagen geschrieben wird. „Wir haben nur knapp mit 4:3 Ja-Stimmen unsere Empfehlung dazu gegeben. Hier haben wir heute aber einen ganz anderen Plan vorliegen. Im Ortsbeirat waren die Abstände von dem einen geplanten Windrad (Nr. 1 – d. A.) zur Wohnbebauung deutlich größer. Das ist ein Unterschied von gut 400 Metern. Wir können doch nicht von zwei verschiedenen Plänen ausgehen“, so Harry Brehmer, der sowohl im Karstädter Ortsbeirat als auch in der Gemeindevertretung sitzt.

Allerdings würde dieses Windrad immer noch einen Mindestabstand von 1000 Metern einhalten. Brehmer betonte weiter: „Außerdem gaben wir die Empfehlung, dass die Höhe auf 150 Meter begrenzt wird. Davon ist jetzt nichts mehr zu lesen.“ Bei dem avisierten Bürgerwindrad, das bei der Vorstellung im Ortsbeirat Karstädt nur 943 Meter zur Wohnbebauung aufwies und kritisiert wurde, waren im Plan für die Gemeindevertreter 1140 Meter Abstand verzeichnet. Da es in der Gemeinde Karstädt üblich ist, dass die Gemeindevertretung den Empfehlungen der Ortsbeiräte folgt, sollen sich Blüthen und Karstädt nochmals damit befassen, die Zeit dränge ja nicht.  

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