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Der Prignitzer

16. Dezember 2017 | 08:26 Uhr

Luggendorf : Gegenwind für geplante Deponie

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Prignitzer Investoren wollen frühere Luggendorfer Kiesgrube als Bauschuttlagerstätte nachnutzen. Einwohner halten nicht viel von der Idee

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Der winzige Nachbarort von Groß Pankow – Luggendorf – ist vielen ein Begriff, weil hier über lange Zeit Kies gefördert wurde. Vor rund drei Jahren hat man den Kiesabbau eingestellt. Nun ist eine Nachnutzung der Grube im Gespräch: Die PS Kieswerke GmbH, Sitz Groß Buchholz, und die Deponie Luggendorf GmbH planen, hier eine Mineralstoffdeponie zu errichten – zu Deutsch: eine Bauschuttdeponie. In einer öffentlichen Informationsveranstaltung, die dazu vor kurzem im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung in Groß Pankow stattfand, gab es jede Menge Gegenwind der zahlreich anwesenden Einwohner. Sie machten mehrheitlich deutlich, dass eine solche Deponie hier nicht erwünscht sei. Das Projekt befindet sich in einer sehr frühen Phase. Genehmigt sei noch nichts, das Vorhaben soll aber beantragt werden, so die Verantwortlichen der PS Kieswerke und der Deponie Luggendorf GmbH.

Die zirka fünf Hektar große Bauschuttlagerstätte wäre, wenn sie denn hier zustande käme, die einzige ihrer Art in einem Umkreis von rund 100 Kilometern. 13 Jahre lang soll sie in Betrieb sein, mit einer geplanten täglichen Öffnungszeit von 6.30 bis 18 Uhr. Planer Ralf Witz von der M&S Umweltprojekt GmbH spricht von einem Verkehrsaufkommen von schätzungsweise zwei Lkw pro Stunde. Der Standort befindet sich in keinem Schutzgebiet, was im Vorfeld zumindest eine Hürde für die Investoren wegnimmt. Einwohner haben indes bereits Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt, fragten in der Zusammenkunft zudem nach, warum nicht statt dessen eine Rekultivierung über den so genannten „Kiespfennig“ möglich sei. Diese Abgabe müssen Unternehmen für die Nutzung von Kiesgruben an das Land Brandenburg zahlen. Die Mittel fließen in den Landeshaushalt und sind zunächst als Rückversicherung für den Fall gedacht, dass ein Grubenbetreiber insolvent wird. Sollte in Luggendorf tatsächlich eine Bauschuttdeponie genehmigt werden und in Betrieb gehen, muss – wie auch bei anderen Eingriffen in die Umwelt – generell Natur rekultiviert werden. Das wiederum kann jedoch in ganz Brandenburg geschehen und muss nicht ortsnah vorgenommen werden.

Bauamtsleiter Halldor Lugowski macht in diesem Zusammenhang deutlich, dass die Einwohnerversammlung sicher nur einer der ersten Schritte in einem längeren Prozedere gewesen sei. Auch wenn es in Anbetracht der starken Gegenwehr aus der Bevölkerung paradox klingen mag: Eine mehrheitliche Zustimmung des Gemeindeparlaments zu diesem Vorhaben hätte den entscheidenden Vorteil, dass die Gemeinde über Planverfahren, die dann in Gang gesetzt werden würden, direkt auf das Verfahren Einfluss nehmen und Festlegungen treffen könnte. „Anderenfalls würden die Investoren das Vorhaben trotzdem vorantreiben – dann wären wir aber nur einer von zig Trägern öffentlicher Belange, die auf diesem Weg Bedenken und Anregungen vorbringen können, die allerdings auch plausibel begründet werden müssen“, so Lugowski. Stichhaltige Gegenargumente bei einem Projekt der Schadstoffklasse 1, „das ist sehr niedrig und kommt gleich nach Mutterboden“, in einem vorbelasteten Gebiet anzumelden, sei indes mit Sicherheit eine Herausforderung, meint Lugowski. Er geht davon aus, dass es weitere Gespräche geben werde und auch geben müsse. Die Dauer des gesamten Vorspiels schätzt er auf zwei bis drei Jahre.  

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