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Der Prignitzer

18. November 2017 | 17:16 Uhr

Gegenwind für Bürgerwindrad

vom

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2013 | 09:38 Uhr

Karstädt | Keine Befürwortung signalisierte die Gemeinsame Landesplanung GL Berlin/Brandenburg zum Vorhaben der Gemeinde Karstädt, über ein Zielabweichungsverfahren auf der einstigen Mülldeponie bei Postlin ein Bürgerwindrad zu errichten. Die Gemeindevertretung hatte sich im Oktober vergangenen Jahres mehrheitlich (12:4) für dieses Vorhaben ausgesprochen.

Hauptargument der Gemeinsamen Landesplanung für ihr Nein ist der Fakt, dass sich der beantragte Standort außerhalb des vorhandenen Windeignungsgebietes befinde. Derzeit bildet die L 13 Karstädt-Blüthen die Grenze einer Bebauung mit Windrädern, die Flächen nördlich davon seien vom Landschaftsbild her höherwertig zu betrachten und daher von einer Bebauung frei zu halten, argumentiert die oberste Planungsbehörde. Weiter heißt es, wenn man dem Karstädter Vorhaben zustimme, könnte das eine Welle weiterer Anträge von Kommunen nach sich ziehen, ebenfalls auf Altdeponien außerhalb genehmigter Windeignungsgebiete Windräder errichten zu wollen.

"Wir haben bis zum 18. Februar Zeit, auf die Stellungnahme der Gemeinsamen Landesplanung zu antworten und werden das mit allen sachlichen Argumenten tun, die uns zur Verfügung stehen", erklärt Wolfgang Fritze, Koordinator Wirtschaftsförderung der Gemeinde Karstädt. So sei die Behörde mit keinem Wort auf den eigentlichen Hauptgrund eines Bürgerwindrades eingegangen - über ein Genossenschaftsmodell kommunale Wertschöpfung im Ort zu belassen.

Auch ließ sich die Gemeinde Karstädt von der Regionalplanung Prignitz-Oberhavel eine Liste von allen Kommunen mit Altdeponien geben und fragte bei ihnen an, ob sie beabsichtigen, auf diesen Flächen Windräder zu errichten. "Zwei Antworten stehen noch aus, alle anderen Kommunen haben bis auf eine mit einem klaren Nein geantwortet. Damit könnte das Bürgerwindrad Karstädt eine Ausnahme in der Regionalplanung sein und damit das Kriterium erfüllen, dass es nur ein Abweichen geben kann, wenn es sich um ein Alleinstellungsmerkmal handelt", argumentiert Fritze.

In ihrer endgültigen Stellungnahme zu einer Befürwortung oder Ablehnung eines Zielabweichungsverfahrens müssen die Gemeinsame Landesplanung und die Regionalplanung ein Einvernehmen erreichen.

Sollte es eine Ablehnung geben, will Bürgermeister Udo Staeck nach einem alternativen Standort für ein Bürgerwindrad suchen. Doch dürfte das in Ermanglung kommunaler Flächen schwierig werden.

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