Pflegestützpunkt etabliert sich : Gefragt, aber noch nicht prominent

Vanessa Buß (l.)  besetzt im Pflegestützpunkt den Part des Landkreises, also des Sozialdienstes –  Corinna Föst ist Pflegeberaterin im Auftrag der  AOK.
Vanessa Buß (l.) besetzt im Pflegestützpunkt den Part des Landkreises, also des Sozialdienstes – Corinna Föst ist Pflegeberaterin im Auftrag der AOK.

Der 2010 eingerichtete Pflegeberatungsstützpunkt hat sich etabliert / Zahl der Nachfragen und Hilfestellungen wächst

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13. März 2014, 08:00 Uhr

Seit dem Sommer 2010 gibt es in Perleberg den Pflegestützpunkt, die gemeinsame Anlaufstelle von AOK als einrichtungsbeauftragte Pflegekasse und Landkreis Prignitz. Das unabhängige Beratungsangebot konnte sich im Laufe der Jahre gut etablieren. Am Ziel sehen sich Corinna Föst (Pflegeberaterin) und Vanessa Buß (Sozialdienst) jedoch noch lange nicht, vor allem, was den Bekanntheitsgrad des Stützpunktes angeht.

In ihrem Resümee, das sie unlängst im Sozialausschuss des Kreistages zogen, konnten die beiden Expertinnen über einen kontinuierlichen Anstieg der Beratungszahlen berichten. In Spitzenmonaten, wie zum Beispiel Juli 2012 oder April 2013 erbrachte der Stützpunkt zwischen 70 und 80 Beratungen. Die erfolgen nicht nur zu den Sprechzeiten in Perleberg, sondern vielfach auch vor Ort bei Hausbesuchen, wie Corinna Föst deutlich macht. Ein deutlicher, dauerhafter Zuwachs an Beratungsleistungen ist seit Mai 2012 zu verzeichnen. Der Trend weist auch für die Zukunft nach oben.

Der Landkreis wollte vor vier Jahren ein dem Bedarf und der Situation angepasstes Angebot vor Ort entstehen lassen. Die Prignitz ging dabei einen anderen Weg als viele andere örtliche Sozialhilfeträger, die eine tägliche Präsenz im Pflegestützpunkt sicherstellen. „Telefonisch sind auch wir hier von Montag bis Freitag zu erreichen“, ergänzt Vanessa Buß in diesem Zusammenhang. Dass die Beratungsstelle darüber hinaus in Form von Hausbesuchen sowie ausgelagerten Sprechzeiten außerhalb der Kreisstadt präsent ist, sieht Corinna Föst als großen Vorteil. Sprechstunden gebe es im Wittenberger Bürgerzentrum sowie in lockerer Folge auch im Bad Wilsnacker Rathaus für den Amtsbereich Bad Wilsnack Weisen. Nächstes Projekt ist Pritzwalk: „Auch dort besteht Nachfrage nach Vor-Ort-Sprechzeiten. Einen Raum haben wir schon. In Kürze soll es hier losgehen“, informiert Corinna Föst.

Die Anliegen und Probleme, mit denen sich Prignitzer an sie und an Vanessa Buß wenden, sind extrem vielfältig, haben aber unter dem Strich stets mit der Hilfs- und Pflegebedürftigkeit von Menschen zu tun. Das reicht von der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises über die Unterstützung beim Beschaffen von Hilfsmitteln bis hin zur Hilfestellung bei der Beantragung von Pflegestufen oder beim Einlegen von Widersprüchen. „Wir haben zudem eine komplette Übersicht über alle ambulanten Pflegedienste im Landkreis und natürlich über die stationäre Pflege mit dem jeweiligen Leistungsspektrum“, so Corinna Föst. Sie kann bei der Suche nach Langzeit- oder Kurzzeitpflegeplätzen ebenso unterstützend eingreifen wie bei der Entlastung pflegender Angehöriger. Mit einem Haken müssen die Beraterinnen jedoch wahrscheinlich auch weiterhin leben: So lange man selbst bzw. nahe Angehörige nicht akut betroffen seien, liefen im Stützpunkt auch keine Anfragen auf. „Diejenigen, die sich einfach mal vorweg informieren möchten, wären zwar wünschenswert – sie gibt es aber nicht“, konstatiert Corinna Föst.

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