Gefährliches Pflaster soll weg

Die Huckelpiste von Groß Gottschow ist ein Ärgernis für die Kraftfahrer.
Die Huckelpiste von Groß Gottschow ist ein Ärgernis für die Kraftfahrer.

Gemeinde und Kreis wollen Straße sanieren/ Landespolitik steht dem Vorhaben entgegen / rbb berichtet am Donnerstag darüber

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26. Juni 2017, 09:42 Uhr

„Es geht um zirka 160 Meter Straße“, sagt Ortsvorsteher Heinz Wernicke. „Das gefährliche Kopfsteinpflaster muss entfernt werden.“ Diese Meinung vertritt auch die Gemeinde Plattenburg, betätigt Heike Zellmer, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit.

„Die Kreisstraße sollte schon in diesem Jahr gebaut werden“, sagt Michael Becker, Leiter der Kreisstraßenmeisterei. „Doch es macht keinen Sinn, wenn im Kreuzungsbereich die Landesstraße nicht parallel angefasst wird.“ Dem Landkreis läuft jedoch die Zeit davon, da die Fördermaßnahme im kommenden Jahr endet. Der betroffene Abschnitt der L 101 ist das Problem, wie es aussieht.

Sie ist über 100 Jahre alt und wurde vom Verkehrsministerium Potsdam in das als „Grünes Band“ bezeichnete Straßenverzeichnis eingegliedert. Diese Straßen werden nur repariert, aber nicht komplett erneuert“, erklärt Heinz Wernicke. Für ihn ist es unverständlich, „dass das Land die Menschen hier oben so abschreibt“. Seit 2008 bemüht sich die Gemeinde, dass an dieser Stelle etwas passiert – bisher vergeblich.

Christopher Teschner, der in der Gemeindevertretung sitzt, ist bei den Freien Wählern und hat dieses Thema an die Gruppe BVB/Freie Wähler im Brandenburger Landtag weitergegeben. Diese hat sich der Problematik angenommen. Mehrere Kleine Anfragen hat der Landtagsabgeordnete Péter Vida in diesem Jahr an die Landesregierung gestellt.

Leider kamen von der Ministerin immer wieder negative Antworten, die der Zusage der Landesregierung zur Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse auf dem Lande kontraproduktiv gegenüberstehen, so Teschner. Ein Unternehmen denke darüber nach, den Plattenburger Ortsteil auf Grund dieser Holperpiste zu verlassen, heißt es in einer Anfrage. Die Ministerin Kathrin Schneider dazu: „Die Gefahr eines Abbaus von Arbeitsplätzen aus infrastrukturellen Gründen ist nicht ableitbar.“

Das war den Freien Wählern zu viel. Für sie war dies „eine Antwort aus dem politischen Tollhaus“, wie Péter Vida sagt, und sie gaben in Potsdam eine Pressekonferenz, bei der mit Bürgermeisterin Anja Kramer, Bauamtsleiter Martin Nagel und dem Gemeindevertreter Christoph Teschner auch Vertreter aus Plattenburg Rede und Antwort standen.

Inzwischen scheint Bewegung in die Sache zu kommen: So war Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger vor Ort, der sich den Zustand der Straße, die auch landwirtschaftliche Betriebe nutzen, ansah und Unterlagen für das Infrastrukturministerium mitnahm.

Durch das Pressegespräch wurde der rbb auf das Problem aufmerksam und kommt am Donnerstag mit dem Robur-Bus, um darüber in Brandenburg aktuell zu berichten. Und Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider hat sich für den 23. August angekündigt. Das wird als positives Signal in der Gemeinde Plattenburg gewertet, hatte die Ministerin noch vor Wochen einen Vor-Ort-Termin abgelehnt.

Heinz Wernicke hofft, dass spätestens im Herbst feststeht, dass hier gebaut wird. „Einen Unfall mit einem schwer verletzten Moped-Fahrer hat es schon gegeben“, sagt der Ortsvorsteher. „Wenn jetzt nichts passiert, dann ist das für mich verantwortungslos. Dann schreibt man uns hier oben wirklich ab.“

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