zur Navigation springen

Bilanz Unfälle : Gefährliche Prignitzer Rennpisten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Überhöhte Geschwindigkeit ist zur Hauptunfallursache geworden – Zu geringe Abstände und viele Zusammenstöße beim Überholen

von
erstellt am 28.Feb.2017 | 03:55 Uhr

Ein nicht unwesentlicher Teil der Prignitzer Kraftfahrer hält sich für Michael Schumacher. Das jedenfalls legt die gestern veröffentlichte Unfallstatistik der Polizeidirektion Nord für die Prignitz nahe. Demnach stieg die Gesamtzahl der Unfälle um 2,2 Prozent auf 2715.

Diesem moderaten Anstieg steht jedoch eine deutliche Veränderung bei den Unfallursachen gegenüber. Während es bei Alkohol und Drogen einen deutlichen Rückgang von 16,7 Prozent gab, nahm überhöhte Geschwindigkeit als Auslöser um ein Drittel auf 266 Fälle zu.

Damit ist Rasen im Vorjahr zur Hauptunfallursache geworden. Aber die Schumachers der Prignitz zeichnen noch weitere Gewohnheiten aus, die außerhalb von Rennpisten nichts zu suchen haben. Zweitwichtigste Unfallursache ist – wenn auch mit einem ganz leichten Rückgang – zu geringer Abstand zum Vorausfahrenden. Und noch ein Umstand lässt auf Verwechslungen von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen mit dem Nürburgring schließen. Die Zahl der in einen Zusammenstoß mündenden Überholmanöver stieg um fast 37 Prozent auf 52. Auf hohem Niveau fast gleichgeblieben ist die Zahl der zum Crash führenden Vorfahrtsverstöße.

Dabei legt neben dem bedenklichen Zustand vieler Straßen im Landkreis noch eine weitere Zahl eigentlich große Vorsicht statt Vollgas nahe. Die Wildunfälle in der Prignitz nahmen von 905 auf 1054 zu.

Die Prignitzer Straßen zählen laut Bilanz weiter zu den gefährlichen Deutschlands. Sie liegen bei den Unfallzahl nach wie vor deutlich über dem Bundes- und dem Brandenburger Durchschnitt. Diese negative Einstufung teilen sie sich mit dem gesamten Bereich der Polizeidirektion Nord.

Zwei Lichtblicke gibt es jedoch in der wenig erfreulichen Verkehrsunfallbilanz. Die Zahl der Zusammenstöße, durch die Menschen verletzt wurden, sank um mehr als zehn Prozent auf 236. Parallel nahm die Zahl der Verletzten um fast neun Prozent auf 288 ab. Und sehr erfreulich ist es, dass nach elf Verkehrstoten 2015, im Vorjahr auf Prignitzer Straßen nur ein Mensch bei einem Unfall getötet wurde. Ihm wurde nahe Wentdorf ein Straßenbaum zum Verhängnis. Insgesamt sank die Zahl der Baumunfälle aber um rund 20 Prozent.

Die Polizei steuerte im Bereich Nord dem Unfallgeschehen mit flächendeckenden Geschwindigkeitskontrollen entgegen. In der Prignitz zählte dabei die B 189 zu den Schwerpunkten. Mit mehr als 312 000 Tempo-Verstößen lagen die Zahlen nur knapp unter denen von 2015. Rückgänge gab es bei Fahren unter Drogen von 736 auf 535 Fälle.

Deutlich weniger Verstöße wurden von der Polizei in Nordbrandenburg gegen die Helm- und die Gurtpflicht registriert. Mit 2831 Fällen wurden einige Verstöße weniger gegen die Rotlicht- und Vorfahrtsregelungen, gegen die Überholverbote und Abstandsregeln festgestellt.

Zunehmende Probleme bereitet der Polizei die Sicherung der zahlreichen Schwerlasttransporte. Aktuell sind dabei in der Prignitz der Raum Putlitz sowie die Anfahrtsrouten für die neuen Windparks bei Karstädt und bei Kuhbier betroffen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen