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Der Prignitzer

21. November 2017 | 13:14 Uhr

Gediegen wohnen im Jugendstilhaus

vom

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2013 | 09:29 Uhr

Wittenberge „Der relativ lange, nasse und kalte Winter macht den Firmen, die am und im Haus der vier Jahreszeiten in der Johannes-Runge-Straße im Einsatz sind, schwer zu schaffen“, sagt Torsten Diehn als Geschäftsführer der Wittenberger Wohnungsbaugesellschaft. Das aber ist nicht der alleinige Grund dafür, dass das Denkmalhaus nicht wie geplant schon Ende des Jahres fertig war, sondern Ende April bezugsfertig wird. Diehn erklärt: „Schon im Oktober letzten Jahres haben wir als Bauherr festgestellt, dass der Termin zum Jahresende zu ambitioniert gewesen ist.“ Diehn nennt „einen erhöhten Aufwand bei der Holzsanierung und zahlreiche notwendige baubegleitende Detailabstimmungen“ als Gründe.

Mit dem Haus der vier Jahreszeiten hat sich die WGW nicht einfach eines Denkmalhauses angenommen. Nach den Worten des zuständigen Architekten Stefan Kunzemann steigt Wittenberge mit dem Jugendstilgebäude, wenn es restauriert und die Fassade wieder hergestellt ist, sogar in die europäische Liga auf.

Die Fassade mit den Allegorien für Winter, Frühling, Sommer und Herbst entsteht – so, wie viele Wittenberger es sich gewünscht haben – in kräftigen Farben nach historischem Vorbild wieder.
Im Innern wird sehr modern gewohnt: „Das Gebäude beinhaltet eine behindertengerechte Wohnung im Erdgeschoss und vier barrierearme Zwei- bzw. Drei-Raumwohnungen in den oberen beiden Etagen, die auch über einen Treppenlift erreicht werden können. Über eine moderne Gasbrennwertheizung werden die Fußböden beheizt“, erläutert der WGW-Geschäftsführer. Sämtliche Quartiere verfügen über einen Balkon bzw. im Erdgeschoss über eine Terrasse.

Der Komfort und die denkmalgerechte Sanierung – so wurden beispielsweise die Fenster der Vorderfassade restauriert und die der Rückfassade nach altem Vorbild neu hergestellt – haben ihren Preis. Der „Prignitzer“ fragte Torsten Diehn nach den Summen. Dazu will Diehn zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine genauen Zahlen nennen, erklärt aber: „Die Gesamtkosten sind, wie bei einem solchen Einzeldenkmal nicht anders zu erwarten, sehr hoch.“

Diese Kosten entstünden in erster Linie wegen des hohen Aufwandes zur Restaurierung der Bauteile, „der darüber hinaus notwendigen Innendämmung und natürlich der Anpassung der Wohnungsgrundrisse an heutige Nutzungsgewohnheiten inklusive der Balkonanbauten“. Dazu ein Beispiel: Als die Altvorderen das nach außen hin prächtige Jugendstilhaus errichteten, gab es in den Wohnungen keine Toiletten. Sie befanden sich eine halbe Treppe tiefer. Ein Umstand, der Häuser bzw. Wohnungen heute unvermietbar macht.

Der WGW-Geschäftsführer erklärt, dass das Denkmalhaus zu seiner Fertigstellung über einen Energiestandard verfügen wird, „der dem eines Neubaus entspricht und über eine dem heutigen Standard entsprechende Kommunikationsinfrastruktur“. Er betont: „Ohne Förderung wäre eine derartige Um- und Ausbaumaßnahme auch bei allem guten Willen der Beteiligten nicht vorstellbar.“ Das Gebäude wird über Eigenmittel der Wohnungsbaugesellschaft, ein zinsloses Darlehen der ILB und über einen Zuschuss aus der Städtebauförderung finanziert.

Wer in das Haus der vier Jahreszeiten einziehen möchte, muss sich laut WGW allerdings auch darauf einstellen, dass „der Anfangsmietpreis über der durchschnittlichen Miete unseres Unternehmens liegt“. Trotzdem sei das Interesse an den Wohnungen ausreichend groß, eine ausdrückliche Werbung um Mieter sei nicht nötig gewesen. Unter den Bewerbern würden die künftigen Mieter ausgewählt. Wünschenswert ist aus Sicht der WGW, dass nach Möglichkeit auch Mieter von außerhalb des Jahnschul-Viertels zu ziehen. Gebunden ist die WGW bei der Wohnungsvergabe auch an die Richtlinien, die sich aus der Förderung ergeben.

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