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Perleberg hat Borstenvieh im Fokus : Gedeckten Tisch für Wildschweine abgeräumt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadtbetriebshof befreite Bullenwiesen von wilden Mülldeponien und Abfallhaufen, die Tiere anlocken

von
erstellt am 23.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Sie kommen über Nacht bzw., wenn es draußen dämmert. Die Rede ist von Wildschweinen, die sich seit geraumer Zeit in Stadtnähe offensichtlich recht wohl fühlen. Spuren auf Banketten und in Gärten im Bereich der Bullenwiesen sowie beidseitig der Stepenitzbrücke an der ehemaligen B 5 kündeten davon. Derweil hatte die Stadt Gegenmaßnahmen ergriffen, Vergrämungsmittel ausgebracht. Mit welchem Erfolg?

„Die Tiere haben sich nicht vergrämen lassen“, räumt Antje Hartwig vom Umweltamt der Stadt offen ein. Sie halten sich offensichtlich schon seit Jahren in Stadtnähe auf, mal dichter, mal weniger dicht. Sie sind daher an den Menschen, an Hunde, an den Geruch der Zivilisation gewöhnt. So beeindruckte sie der Duftschaum, der dem menschlichen Schweiß nachempfunden ist, auch nicht wirklich. Einigermaßen gewirkt habe hingegen das Granulat, das auf die Bankette mit den Eicheln gestreut wurde, die dann nicht unbedingt den Geschmack des Borstenviehs trafen.

„Insgesamt ist es aber ruhig geworden“, so auch die Einschätzung von Ernst Schmidt, dem Forstwirt der Stadt. Regelmäßig schaut er sich den Bereich an, wo die Wildschweine massiv aufgetreten waren. Auch die Drückjagden, die die Jägerschaft im Winter im Bereich von Spiegelhagen verstärkt durchgeführt hat, haben dazu beigetragen, ist sich Stadtförster Stefan Koepp sicher. Die Bullenwiesen bieten dem Borstenvieh aber eben auch ausreichend Schutz, und einen ernst zu nehmenden Gegner haben die Tiere zudem nicht zu befürchten. Denn bejagt werden dürfen sie hier nicht so ohne weiteres. Die Stadt ist kein Jagdbezirk. „Eine Ausnahmegenehmigung ist zwar möglich, aber so ziemlich der letzte Ausweg“, bekräftigt der Stadtförster. Jetzt schon gar nicht, denn führende Muttertiere dürfen nicht bejagt werden.

Der Einzelne selbst kann dennoch dazu beitragen, dass die Wildschweine nicht womöglich eines Tages über den Hagen in die Stadt wandern. „Auf der Suche nach Nahrung folgen sie nun mal ihrem natürlichen Instinkt“, betont Antje Hartwig und deutet auf die Bullenwiesen. Der Tisch war hier für die Tiere überaus reich gedeckt. Fallobst, Grünschnitt und gar Reste vom Mittagessen wurden hier verkippt. Die Betonung liegt auf war. Über eine geförderte Maßnahme, die im Umweltschutz angesiedelt ist, haben Mitarbeiter des Stadtbetriebshofes hier wieder für Ordnung gesorgt. Einige Tagen hatten sie vollauf zu tun, um die wilden Mülldeponien zu beseitigen. Unmengen von Grünschnitt, Strauchwerk, aber auch Flaschen, Klobrillen, Geschirr und vieles mehr entsorgten sie. Kaum war all das abtransportiert, da lag schon wieder Grünschnitt am Wegesrand schier in Nachbarschaft des Flyers, auf dem die Stadt deutlich macht, dass das bitte zu unterbleiben hat. Ganz oben auf der Liste: Organische Abfälle und Rasenschnitt gehören nicht in Wald und Flur und Komposthaufen auf das eigene eingezäunte Grundstück. 

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