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Neujahrsempfang : Geburtenzahlen als gutes Zeichen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Amt Putlitz-Berge thematisiert Flüchtlingspolitik, Funktionalreform sowie Entwicklung der Einwohnerzahlen

von
erstellt am 05.Jan.2015 | 12:00 Uhr

Es ist mittlerweile Tradition: Am ersten Wochenende nach dem Jahreswechsel lädt das Amt Putlitz-Berge zum Neujahrsempfang, blickt auf das vergangene Jahr zurück, gibt einen Ausblick und bedankt sich für das geleistete Engagement der Ehrenamtler. Am Samstag hatte Amtsdirektor Gerd Ehrke wieder geladen und konnte zahlreiche bei der Kommunalwahl neu- und wiedergewählte ehrenamtliche Mandatsträger im Verwaltungsgebäude begrüßen.

Eben jene meist „alten Hasen“, aber auch „neue Häschen“ waren es, die Gegenstand der ersten lobenden Worte des Amtsdirektors waren. Doch nicht nur sie standen im Mittelpunkt, sondern auch diejenigen, die geholfen haben, sie in jenes Amt zu bringen. „Es war schon eine Herausforderung, genug Freiwillige für die 21 Wahllokale zu finden, das sind pro Wahl 105 Personen. Als Verwaltung sind wir da auf die Unterstützung unserer Ortsvorsteher angewiesen“, verdeutlichte Ehrke.

Gerade die Ortsvorsteher sollten öfter überregionale Themen beleuchten, da diese sich oft auf die Region auswirken: „Wir werden immer mehr in die näher rückenden Brandherde mit hineingezogen“, sagte Ehrke mit Blick auf die Flüchtlingsdiskussion. „Da die Bürgerkriegsflüchtlinge über Jahre in Deutschland bleiben, geht es nicht nur um einfache Unterbringung. Es geht um Schutz, Versorgung, Integration, Kita, Schule und Finanzierung.“ Ehrke appellierte daran, zu helfen, diese Notsituationen zu mildern. Nicht nur, was die zu erwartenden Flüchtlinge betrifft, sondern auch den ärmeren Menschen in der Region.

Doch stand vor allem auch das 2014 Geleistete im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs: die Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, unter anderem die Friedensstraße in Berge, die Entwicklung der Unternehmen und der Landwirtschaft oder die Modernisierung einiger Wohnblöcke.

Und noch etwas bildete den Kern des Inhalts der Rede: die Zukunft des Amtes. Vor allem die anstehenden möglichen Veränderungen im Zuge einer Funktionalreform waren Stein des Anstoßes. „Die Stadt Putlitz erfüllt weiterhin für den gesamten Amtsbereich ,grundzentrale Funktionen‘, obwohl das Land seine Grundzentren abgeschafft hat. Dies ist unsinnig und dagegen gehen wir auch vor“, so Ehrke. Bibliothek, Heimatstube, das Freibad und weitere soziale Einrichtungen seien hier lobenswert, genau wie die Seniorenbetreuung oder die Jugendfeuerwehr.

Anders sei die Lage bei der Jugendbetreuung über Kita und Schule hinaus. „An die ältere Jugend heranzukommen ist schwierig und eigene Initiativen gibt es kaum“, verdeutlicht der Amtsdirektor.

Auch sonst gibt es für 2015 mehrere fest geplante Ansatzpunkte. So soll in Putlitz der Sportverein einen Ersatzneubau für sein Sporthaus bekommen, Sanierungsarbeiten an der Burgruine getätigt werden sowie eine Photovoltaikanlage bei Telschow-Weitgendorf entstehen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Erhalt der Verkehrsinfrastruktur. „Der marode Zustand der Landesstraßen ist für unsere stark befahrene Region unakzeptabel – ein Schwerpunkt ist die L 13. Da muss politischer Druck beim Landtag und der Landesregierung platziert werden.“

Positiv hingegen sei die wirtschaftliche Situation des Amtes, nicht zuletzt durch die kommunale Gewerbesteuer. Und noch etwas stimmt die viel kolportierten schlechten Zukunftsaussichten milder. „Wir müssen uns nicht so große Sorgen machen, wie es in der Vergangenheit schon aussah“, so Ehrke. Grund sind nicht nur die Einwohnerzahlen, die sich fast überall im Amt leicht erhöht haben, sondern auch die Geburtenzahlen, die weiterhin stabil sind. „Wenn ich auf die Entwicklung der Finanzen und der Einwohner blicke, und das als Trend nehme, dann bin ich optimistisch“, so Ehrke gegenüber dem „Prignitzer“.

Dem konnten sich auch die Bürgermeister von Pirow und Putlitz nur anschließen. „Mir ist nicht bange vor 2015, wichtig sind aber auch die Entscheidungen zu den Strukturen und Verwaltungen im Landkreis“, meint Uwe Kessler. Putlitz’ Bürgermeister Bernd Dannemann geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn er sagt: „So viele ungünstige Entscheidungen können die in Potsdam gar nicht treffen, als das sie uns unterkriegen“.

 

 

 

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