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Kirchensanierung in Bentwisch : Gebete unterm Sternenhimmel

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Kirchensanierung in Bentwisch befindet sich auf der Zielgeraden. Dank neuer Heizung kann das Schiff künftig auch im Winter genutzt werden.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Wer schon jetzt, während drinnen und draußen noch Werkzeuge dröhnen und Restarbeiten erledigt werden, in die Bentwischer Kirche schaut, wird seinen Blick nur schwer von der Apsis lösen können. Der Altar im lichtdurchfluteten Raum steht seit Abschluss der Malerarbeiten unter einem tiefblauen Sternenhimmel.

„Das war keine neue Idee von uns“, sagt die ehemalige Bentwischer Pfarrerin Brigitte Worch, die die Sanierung der Kirche begleitet hat. „Wir wissen zwar nicht, ob die Decke das Apsisgewölbe schon immer so gestaltet war, aber bis Anfang des 20. Jahrhunderts war diese Ausgestaltung durhaus beliebt. Später mochte man es eher schlicht, und der Sternenhimmel wurde weiß überstrichen. Jetzt gehen die Sterne in Bentwisch aber wieder auf.“

Bis es soweit war, galt es, weit schwerwiegendere als die kosmetischen Probleme zu beheben. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Bauarbeiten am Dach und an der Fassade begonnen und schwerwiegende Schäden zutage gefördert. „Aufgrund von Schwammbefall mussten Dachbalken in Größenordnungen ausgewechselt werden“, sagt Sandra Dahse vom Architekturbüro Wieck & Partner in Perleberg. „Das Problem bei der Bentwischer Kirche war, dass das Dach nur sehr geringe Überhänge hat und ein funktionierendes Traufsystem fehlte. Dadurch konnte über viele Jahre Feuchtigkeit in die Dachbalken eindringen, gute Voraussetzungen für den Schwammbefall.“ Doch nicht nur das Dach war betroffen, der Pilz fand sich sogar im Kanzelfuß. Erst eine Aufnahme aller Bodenziegel bringt Gewissheit, wie schwer der Befall ist – eine Mammutaufgabe, bei der das halbe Dorf mitgeholfen hat. Weiterhin wurden im Zuge der Außensanierung die Fassaden aufgehübscht und der Seiteneingang erneuert.

Auch der Innenraum erhielt regelrecht eine Generalüberholung. „Angefangen von Malerarbeiten mit dem Sternenhimmel an der Decke, über die Aufarbeitung und Lackierung des Holzinterieurs, besonders der Bänke, der Kanzel und Geländer und die Erneuerung der Bodendielen bis hin zum Einbau von Heizelementen unter den Kirchenbänken – die Kirche ist mit Abschluss der Arbeiten wie neu“, sagt Dahse.

Vor allem sei sie durch die neue Heizung künftig wintertauglich. Bisher konnten Veranstaltungen bei Minusgraden nur im beheizten Vorraum stattfinden. Das i-Tüpfelchen sei schließlich das neue Läutwerk. „Einschließlich der passenden Elektrik versteht sich“, so Dahse.

Bereits mehrere Male wurden Schäden an dem 1875 errichteten Gotteshaus repariert. 1995 wurde das Dach notdürftig geflickt, der Kirchturm 1996 umfassend saniert. 2008 waren wieder Notreparaturen am Dach notwendig, drei Jahre später erhielt die Kirche neue Fenster. Mit der Komplettsanierung, die im September abgeschlossen sein soll, erhofft sich die Kirchengemeinde endlich Ruhe – zumindest in baulicher Hinsicht. Rund 250 000 Euro hat die Sanierung insgesamt gekostet, ist von Brigitte Worch zu erfahren.

Während der Sanierung fanden die Gottesdienste im Bentwischer Pfarrhaus statt. „Nach der Einweihung am 28. September können wir die Kirche wieder nutzen“, sagt Brigitte Worch, die es sich auch im Ruhestand nicht nehmen lässt, dabei zu sein. „Das will ich hier schon noch erleben.“


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