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Kochmeisterschaft : Gaumenfreuden gekonnt serviert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schulmeisterschaft am Oberstufenzentrum: Köche und Restaurantfachleute in spe kochen und servieren um die Wette.

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 21:00 Uhr

In der Röhre das Roastbeef und in der Pfanne auf dem Herd das Gemüse: Sebastian Anwand hat beides genau im Blick. „68 Grad Kerntemperatur, mehr soll mein Fleisch nicht haben“, sagt der junge Mann, während er die Pfanne mit Möhren, Zucchini und Paprika schwenkt.

Neben ihm richtet Christian Bröcker Teller an. „Für die Vorspeise“, sagt er. Den Rucola hat er schon drapiert. Jetzt sind die Pinienkerne an der Reihe.

Sebastian Anwand und Christian Bröcker sind Köche in spe, absolvieren im dritten Lehrjahr ihre Ausbildung am Oberstufenzentrum in Wittenberge. Dieser Vormittag in der Lehrküche des OSZ ist für sie gemeinsam mit Andreas Maciejewski, Justin Schröder und Simion Sievert sowie Michaela Kaffenberger ein besonderer. Sie sind die Teilnehmer an der OSZ-Schulmeisterschaft für Köche.

Wer an diesem Tag ein hoffentlich meisterhaftes Drei-Gänge-Menü zubereiten darf, hat sich im Vorfeld bei einem theoretischen Schulvorentscheid dafür qualifiziert.

Jeder der angehenden Köche muss mit einem von ihm kreierten Menü beweisen, was er aus einem vorgegebenen Warenkorb Leckeres zubereiten vermag. Aber nicht ausschließlich der Geschmack zählt, sagt Annegret Sommer. Die OSZ-Fachlehrerin bildet gemeinsam mit ihrem Kollegen Andreas Warmus die Jury. Fachlehrer Reinhard Hafke ist der Wettkampfleiter. Die Drei sagen, dass der Geschmack zwar sehr wichtig, aber nicht das allein Ausschlaggebende ist. Die angehenden Köche müssen beispielsweise verschiedene Zubereitungsarten einsetzen. Rohstoffwiederholungen sind nicht gewünscht, regionale Produkte hingegen sehr. Und auch gut wirtschaften müssen die angehenden Köche. Denn pro Drei-Gang-Menü stehen ihnen nur sechs Euro zur Verfügung.

Annegret Sommer und ihre Kollegen gehen von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz, gucken, wie die künftigen Köche sich bei der Zubereitung anstellen, wie gut sie Arbeitstechniken beherrschen, wie genau sie es mit der Sauberkeit nehmen.

Und hier und da wird auch mal gekostet. Wie bei Michaela Kaffenberger beispielsweise, die gerade die Schokosoße fürs Dessert rührt. Die sympathische Frau ist unter den Kochazubis eine gewisse Ausnahme. Sie erklärt: „Ich bin Umschülerin.“ Sie kommt aus einem anderen Beruf, hat auch schon bei der Bahn gearbeitet. „Jetzt sind die Kinder groß. Nun lebe ich meine berufliche Liebe.“ Und das heiße für sie, künftig als Köchin hinter einem Herd zu stehen. Ihre wie auch die Ausbildung der anderen findet am OSZ statt. Ihre praktische Ausbildung absolviert die Umschülerin im Kranhaus by Mika. Michaela Kaffenberger sagt: „Es ist ein schönes Arbeiten dort.“

Das Roastbeef aus dem Warenkorb wird sie im Hauptgang kurz gebraten auf den Tisch bringen. Anders hat sich Justin Schröder von „Dahses Erbhof“ entschieden. Er reicht zum ersten Gang gefüllte Roastbeefröllchen. Als Hauptgang gibt es Fisch. Er freut sich, „dass ich mich mit meinem Chef zur Vorbereitung auf die Meisterschaft über das Menü beraten konnte. Er hat mir Tipps gegeben, wir haben geübt Forelle zu filetieren, weil mir noch die Übung fehlte.“

Auch die anderen Köche in spe haben sich in und mit ihren Ausbildungsbetrieben auf die Schulmeisterschaft vorbereiten können: Sebastian Anwand in der „Kleinen Residenz“ in Perleberg, Christian Bröcker im Neuen Hennings Hof, Andreas Maciejewski im Bad Wilsnacker Hotel an der Therme, Simion Sievert im Bad Wilsnacker Vitalhotel ambiente.

In der Küche steigen Tempo und Anspannung. Es geht auf 13 Uhr. Servierzeit. „Wo sind meine gewürfelten Kartoffeln?“, fragt einer der jungen Leute quer durch die Küche. Die Kartoffeln sind natürlich nicht verschwunden. Und auch der Platz, der im Kühlschrank fürs Dessert gebraucht wird, findet sich.

Die Zeit läuft. „Der erste Gang muss ’raus“, ruft Reinhard Hafke. Jetzt haben die angehenden Restaurantfachfrauen und -männer Livia Csaszar, Stefanie Zielasko, Tamas Bota und Zoltan Nemeth ihren Einsatz. Zwei Räume von der Lehrküche entfernt sitzen nämlich die Testesser: Lehrer, OSZ-Mitarbeiter, Freunde der Schule. Ihnen servieren die jungen Leute die Gänge des Menüs, reichen die dazu passenden Weiß- und Rotweine, erkundigen sich, ob Wasser gewünscht wird. Auch für sie ist es die Schulmeisterschaft und wie für die Köche die Vorbereitung auf die große Berufsabschlussprüfung am Oberstufenzentrum.

Die Gäste genießen ihr Essen an festlich gedeckten Tischen. Die angehenden Restaurantfachfrauen und -männer mussten kreativ sein, sagt ihre Fachlehrerin Janett Kugler. Die Aufgabe war es, die Tafel in eine Art Wintertraum zu verwandeln. Für die Deko hatten die jungen Leute freie Hand und zauberten gekonnt mit allen möglichen Accessoires bis hin zu in Eis eingefrorenen Blüten.

Mit an einem der Tische sitzt an diesem Tag Hans-Ullrich Sieber. Der Außendienstleiter vertritt die Firma Chefs Culinar. „Das Unternehmen ist unser Partner bei dieser Schulmeisterschaft“, erklärt Reinhard Hafke, „unterstützt uns, stellt auch die Pokale zur Verfügung.“ Es sei gut, wenn Berufsnachwuchs gefördert wird, positioniert sich Sieber. Die Schulmeisterschaften seien eine Möglichkeit dazu. Deshalb engagiere sich sein Unternehmen.

 

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