Ganz nüchtern

svz.de von
21. November 2007, 09:37 Uhr

Wissenschaftler sprechen von einem „Durchbruch“ und einem „Meilenstein der Forschung“. Erstmals ist es gelungen, aus menschlicher Haut Zellen herzustellen, deren Eigenschaften denen embryonaler Stammzellen ähneln. Um damit zu arbeiten, mussten bisher Embryonen zerstört werden - weswegen die neuen Forschungen völlig zu Recht auch jenseits der biomedizinischen Fachwelt großes Aufsehen erregt haben.
Doch gerade bei der Ankündigung neuer medizinischer
Forschungsergebnisse lohnt zuweilen Nüchternheit. Schon oft wurde der Durchbruch im Kampf gegen AIDS verkündet, schon viele sensationelle Therapien gab es gegen Krebs. Hoffnungen wurden geweckt, die dann am Ende doch nicht trugen.
Auch von der Forschung an embryonalen Stammzellen.
Wichtig und richtig ist es, jetzt mit aller Kraft an den Hautzellen weiterzuforschen. Wenn es irgendwo eine Chance gibt, um die Zerstörung menschlicher Embryonen herumzukommen, muss
sie gesucht, gefunden und genutzt werden. Hoffnungen und Emotionen allerdings sollten dabei besser draußen bleiben:
Auch die neuesten Ergebnisse der Wissenschaftler können sich nach weiteren Experimenten noch als Luftnummer entpuppen. Denn wissenschaftliche Forschung ist niemals ganz vorhersehbar - natürlich auch nicht in der Medizin.

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