700 Jahre Breese gefeiert : Ganz Breese auf den Beinen

Die Geschichte Breeses dargestellt in einem Festumzug
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Die Geschichte Breeses dargestellt in einem Festumzug

Im 700. Jahr nach der Ersterwähnung der Neuburg zeigt sich Breese zum Jubiläum als junge, kreative und aktive Gemeinde

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18. September 2017, 05:00 Uhr

Mit der Neuburg in den Stepenitzwiesen fing alles an. Kleine Örtchen gab es rundherum schon lange, aber urkundlich erwähnt waren sie nicht. Das änderte sich erst 1317, als die vermutlich aus dem Wendland stammenden von Retzdorfs per Vertrag vom 25. November ihren Rittersitz hier bezogen. Das ist jetzt 700 Jahre her. Bei so vielen Jahren kommt es auf zwei Monate nicht an. Und so machten die Einwohner aus Breese und den Ortsteilen das vergangene Wochenende zu ihrem Jubiläumswochenende und den Platz zwischen Eiscafé und Badesee zur Festmeile.

Fast ganz Breese war zum Festumzug am Samstagvormittag auf den Beinen. Peter Storch stellte mit einer alten Uniform seines Vaters einen Teil der DDR-Vergangenheit dar, schwang er sich doch als ABV auf seine Schwalbe, wies mit kecken Sprüchen die Schaulustigen am Rand des Umzugs hinter die Absperrung. Die Zuschauer kichern. Storch ist beeindruckt von dem Trubel. „Ich glaube, das ist nicht selbstverständlich für so einen Ort. Ich bin am Freitagabend noch durch die Straßen gegangen und habe mich umgeschaut, da sah es noch nicht danach aus“, sagt er mit Blick auf die zum Teil liebevoll geschmückten Vorgärten entlang der Strecke. Sven Lockenvitz warf sich in die Rüstung von Albrecht dem Bären, der im 12. Jahrhundert mit der Nordmark belehnt wurde und mit dem Wendenkreuzzug die Besiedelung der ostelbischen Gebiete vorantrieb. „Es geht, man kann sich bewegen“, so der Ritter, und seine Frau Kathrin ergänzt: „Man kommt nur nicht alleine rein in die Rüstung.“

Heute hat Breese eine beeindruckende Zahl von Klein- und Handwerksbetrieben, die auch Azubis ausbilden. Das ist attraktiv für junge Familien. Insgesamt 116 Kinder werden aktuell an der Waldschule unterrichtet. Man spürte es am Samstag deutlich: Es ist Leben im Ort.

Eines der eindrücklichsten Kapitel Breeses ist allerdings in der jüngeren Vergangenheit zu verorten. Ein Wagen erinnerte an den Hochwassersommer 2013. Damit sich so etwas nicht wiederholt, sind seitdem hektarweise Umland durchpflügt worden. „Dass wir heute hier überhaupt feiern können, ist schon toll und nicht selbstverständlich“, so Amtsdirektor Torsten Jacob, der als Conférencier in Frack und Zylinder auf der Bühne am Festplatz durch das Programm führt. Noch vor 1,5 Jahren war das Gebiet ums Sportgelände Gefahrenzone. Insgesamt 30 Anomalien beschäftigten den Ort über ein Jahr. „Deshalb wollen wir uns beim Brandenburgischen Munitionsbergungsdienst bedanken, dass wir von dieser Gefahr, die hier ewig drohte, befreit wurden“, so Jacob. Und die Bauarbeiten kommen voran. Extra für das große Fest wurde die Landesstraße 11 von Wittenberge in den Ort übergangsweise beidseitig geöffnet. Hier ist das Straßenniveau auf die Höhe des neuen Deiches angehoben worden. Fertig ist es noch nicht, Lücken in der Asphaltierung müssen geschlossen, neue Bürgersteige fertig verlegt werden. Bis zum Abschluss der Arbeiten wird es eine einseitige Öffnung mit Ampelregelung geben.

Pünktlich zum Jubiläum ist auch die kleine Chronik von Gemeinde und Heimatkulturverein fertig geworden, die am Samstag reißenden Absatz fand. Ein Blick in das Heftchen erhellt dem Interessierten auch, wie eigentlich aus Sophiendorf, Klein-, Groß- und Mittel-Breese eine Gemeinde geworden ist, in der viel Leben herrscht.

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