Floradienst geschlossen : Gärtnerei zu, Gemeinde übernimmt

Zur Straße hin kann man das Leistungsspektrum der einstigen Friedhofsgärtnerei noch nachlesen …
Zur Straße hin kann man das Leistungsspektrum der einstigen Friedhofsgärtnerei noch nachlesen …

Grabnutzer können sich an die evangelische Kirchengemeinde wenden

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12. September 2015, 12:00 Uhr

Die Floradienst GmbH mit ihrer Friedhofsgärtnerei hat ihre Geschäftstätigkeit aufgegeben. Auch wenn die Dienstleistungen noch Grün auf Weiß an der Straße aushängen – die Grabpflege als Fremd-Dienstleistung muss in der Rolandstadt nun anders organisiert werden. Leser hatten in der die „Prignitzer“-Redaktion nachgefragt, wie das Ganze künftig vonstatten gehen soll, wenn es diesen alteingesessenen Anbieter nicht mehr gibt.

Die evangelische Kirchengemeinde, in deren Trägerschaft sich der Friedhof befindet, war natürlich informiert und übernahm am 1. September die vertraglich vereinbarte Pflege für die Gräber, deren Nutzer dies so möchten. Das sei kein Problem, sagte auf Nachfrage des „Prignitzers“ Pfarrer Tilmann Kuhn. Damit das auch personell zu stemmen ist, seien Mitarbeiter der Floradienst GmbH – zunächst zeitlich befristet – übernommen worden. Man müsse jetzt und in den kommenden Monaten erst einmal schauen, wie groß der Arbeitsaufwand tatsächlich sei, wie sich alles entwickele, so Kuhn. Letzteres erwähnt er nicht ohne Grund: Die Friedhofskultur sei in einem Umbruch begriffen. Ein Ort der Beziehungen und Begegnungen seien Friedhöfe heute nicht mehr in dem Maße, wie man das aus früheren Zeiten kenne. Anonyme Beisetzungen seien auf dem Vormarsch. „Da hat sich etwas gewandelt“, resümiert Tilmann Kuhn. Die Situation, die mit der Schließung der Friedhofsgärtnerei entstand, sei überdies von einigen genutzt worden, um die Fremdpflege zu beendet. Teils seien Gräber auch ganz und gar aufgegeben worden. Nichtsdestotrotz bestehe das Angebot der Grabpflege natürlich nach wie vor, zu den bekannten Konditionen, verdeutlicht der Pfarrer.

Mehrere Hektar umfasst die Fläche des Perleberger Friedhofs, rund 100 Jahre ist er alt. Mehr als 200 Gräber werden derzeit im Auftrag der Nutzer gärtnerisch gepflegt. Sehr viele Nutzer kümmern sich nach wie vor selbstständig um die Gräber. Allerdings sei die Nachbarschaftshilfe nicht mehr so selbstverständlich, wie sie das vor der Wende noch war, sagt Tilmann Kuhn.

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