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Wittenberge : Gärtner dürfen weiter zündeln

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Liberale Verbrennungsverordnung soll bleiben und führen zu hitzigen Diskussionen im Ausschuss.

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Wittenberge ist feuerfreundlich: Vom 1. Oktober bis 30. April dürfen die Elbestädter mittwochs und samstags von 9 bis 17 Uhr ihre nicht kompostierbaren Abfälle verbrennen. So sieht es die Verbrennungsordnung vor, die noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres gilt. Der Umweltausschuss diskutierte auf seiner Sitzung am Mittwoch, welche Regelungen die Stadt für das Verbrennen von Gartenabfällen künftig aufstellen will. „Derzeit haben wir eine sehr liberale Satzung“, machte Peggy Heyneck vom städtischen Umweltamt deutlich. Die Frage ist, ob das so bleiben soll, denn eine neue Satzung muss beschlossen werden, ansonsten gibt es ab 2015 gar keine Regelung.

Mit der Bitte an den Ausschuss, entweder der Empfehlung der Verwaltung zu folgen und die alte Satzung zu verlängern oder Eckpunkte für eine neue festzulegen, trat Heyneck eine Diskussion los, die die extrem konträren Ansichten in dieser Sache zutage förderte.

„Der Zeitraum von Oktober bis April ist zu lang“, sagte Wolfgang Fanslau, als sachkundiger Einwohner im Ausschuss. „Da man ja eigentlich nur trockenes Holz, also den Baumschnitt, verbrennen darf, dürfte das bis Ende des Jahres erledigt sein.“ Auch Lutz Dieckmann plädierte für eine Einschränkung, da Wittenberge an manchen Sonntagen „total zugenebelt ist, wie die Piloten des Rettungshubschraubers regelmäßig berichten“.

Gegen eine Verschärfung der Regeln sprach sich Andreas Madaus aus, Fachberater im Kreisverband der Gartenfreunde Prignitz. „Zum einen haben wir viele Mitglieder, die auswärts arbeiten und auf den Samstag als Verbrennungstag angewiesen sind. Weiterhin halte ich eine Verkürzung der Zeit aus Witterungsgründen für problematisch – wie schnell sind ein, zwei Monate verregnet – und außerdem konzentriert man die Belastung durch eine Verkürzung der Zeit nur noch mehr.“

Einen anderen Aspekt brachte Peter Jantz in die Diskussion ein. „Deutschland bekommt seine Feinstaubwerte nicht in den Griff, von daher ist es fraglich, ob wir die Belastung noch durch eine liberale Verbrennungsordnung erhöhen müssen.“

Einigkeit herrschte indes darüber, dass allen Gärtnern klar gemacht werden müsse, dass lediglich trockenes Holz verbrannt werden dürfe. „Grünschnitt, Laub und Abfälle sind tabu“, machte Peggy Heyneck deutlich. Weiterhin sei nach der Verordnung eine Belästigung der Nachbarschaft durch Rauch auszuschließen. Gerade dieser Punkt wird aber oft missachtet, wenn Laub und Grünschnitt auf dem Feuer landen. Laut Ordnungsamt bliebe allerdings das Problem, dass die Einhaltung der Satzung nur schwer zu kontrollieren sei. „Wenn es Beschwerden gibt, gehen wir denen selbstverständlich nach. Aber auch dann wird zunächst aufgeklärt und nicht gleich eine Strafe verhängt“, so Amtsleiter Gotthard Poorten.

Frank Heinke fragte schließlich nach, ob es keine Möglichkeit gebe, Grünschnitt kostenfrei zu entsorgen, laut Stadtverwaltung sei das aber nur gegen Gebühr auf der Deponie möglich. In Richtung der Gartenvereine appellierte Peggy Heyneck, das Material möglichst zu sammeln und konzentriert mit größeren Feuern zu verbrennen. „Die Ausnahmegenehmigungen erteilen wir.“

Am Ende entschied der Ausschuss mehrheitlich, die bestehende Verordnung beizubehalten.

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