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ESV Wittenberge : Fußball-Damen nehmen Eisdusche

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ice-Bucket-Challenge soll auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam machen. Auch Politiker nehmen teil.

von
erstellt am 29.Aug.2014 | 21:00 Uhr

Schade, dass wir an dieser Stelle keine Tonspur abspielen können. Der Aufschrei der Wittenberger ESV-Fußballerinnen, als ihnen sechs Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf geschüttet wurden, war einfach zu schön. Doch was so lustig anzusehen und zu hören ist, hat einen ernsten Hintergrund. Die Frauen wollen mit dieser Aktion auf die Nervenkrankheit ALS aufmerksam machen.

 

Ein neuer Internettrend ist – im wahrsten Sinne des Wortes – nach Deutschland ’rüber geschwappt: Die Ice-Bucket-Challenge, sprich die Eiskübel-Herausforderung. Die Regeln sind einfach: Wer auf Facebook nominiert wird, hat die Wahl. Entweder überkippt sich derjenige freiwillig mit eiskaltem Wasser und spendet zehn Euro an eine ALS-Organisation oder er verzichtet auf die Eisdusche und spendet 100 Euro. Anschließend fordert er drei weitere Personen heraus. Inzwischen ploppen im Internet Tausende dieser Videos auf. Berühmtheiten wie Bill Gates, Lady Gaga oder die Kennedys haben mitgemacht. Egal ob als Eisbader, Warmduscher, allein oder in der Gruppe, wie jüngst die ESV-Damen – kaum jemand verweigert die Herausforderung.

Dabei sollte der Ernst der Sache jedoch nicht in Vergessenheit geraten, sind sich die Fußballerinnen einig. „In dem Moment, wo einem das kalte Wasser übergeschüttet wird, hat man kurz in etwa das Gefühl, dass ein Betroffener die Krankheit hat“, erklärt Anja Rokitta, Physiotherapeutin der Mannschaft. In dem Video zur Ice-Bucket-Challenge auf der Facebookseite der Mannschaft erklären die Damen vorab noch einmal genau, was es mit ALS auf sich hat. Die Nervenkrankheit führt zur Lähmung der Patienten und ist bisher unheilbar.

Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, weshalb sich der Trend wie ein Lauffeuer verbreitet. Selbst Politiker aus der Prignitz nehmen die Herausforderung gern an. Gordon Hoffmann beispielsweise spendete 100 Euro. „Vor dieser Aktion wusste ich gar nichts von dieser schlimmen Krankheit. Es ist gut, dass so auf ALS aufmerksam gemacht wird.“

Trotz des guten Zwecks raten Experten, bei Aktionen wie dieser auf einen seriösen Hintergrund zu achten. Wer sicher gehen will, dass sein Geld die Richtigen erreicht, kann zum Beispiel an die Berliner ALS- Charité spenden. Bisher seien über 500 Zuwendungen eingegangen, so ein Sprecher der Einrichtung. Diese werden für Medikamentenforschung, aber auch für die Versorgung von ALS-Patienten verwendet.

Das Video zur Ice-Bucket-Challenge der ESV-Damen gibt es hier: https://www.facebook.com/video.php?v=777798398925315

 

Ebenfalls zur Ice-Bucket-Challenge nominiert wurden:

Selbst um die Politik macht der Trend nicht halt. Holger Rupprecht (SPD) zögerte nicht (siehe Foto), entschied sich für die kalte Dusche. „Ich wollte sportliche Härte zeigen und an den Spaßfaktor erinnern. Ich finde die Aktion toll, möchte einen Beitrag leisten, diese fürchterliche Krankheit zu bekämpfen“, sagte er. Nominieren wolle er niemanden. „Ich fordere alle auf, mitzumachen.“ Gespendet hat er ebenfalls.

 

Auch Gordon Hoffmann (CDU) wurde  nominiert. Er spendete 100 Euro an die ALS-Charité in Berlin. Auf den Eiseimer verzichte er jedoch: „Ich glaube nicht, dass mich jemand so bei einem Wet-T-Shirt Contest sehen will“, sagt er in einem Video auf seiner Facebookseite. Er nominierte: Thomas Domres (Linke) und Holger Rupprecht (SPD).

 

Thomas Domres (Linke) nahm die Herausforderung von Gordon Hoffmann an und spendete ebenfalls. Den Eiskübel umging er jedoch. „Ich lass mich nicht von  Gordon nass machen. Aber es ist gut, wenn  auf ALS hingewiesen wird“, sagte er unserer Redaktion.

Auf  Facebook nominierte er Carolin Steinmetzer-Mann (Linke), Kirsten Tackmann (Linke) und Jan Redmann (CDU).

 

 

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