Karneval Laaslich : Furioser Auftakt im Laaslicher Saal

Die Funkengarde zeigt Ausschnitten vergangener Jahre.
Die Funkengarde zeigt Ausschnitten vergangener Jahre.

Musical „Die Schöne und das Biest“ live im großen Theater. Narren feiern im aktuellen Programm ihren 50. Geburtstag

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08. Januar 2018, 04:50 Uhr

90 Mitglieder stark, 50 Jahre alt. Der Laaslicher Carnevalsclub LCC blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und macht die fünf Jahrzehnte zum diesjährigen Motto: „50 Jahre LCC – alles nur Theater“. Zum ersten Büttenabend am vergangenen Sonnabend war das Theater bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder, denn Karten sind begehrt. Manche sagen gar, sie werden weitervererbt. Das kommentiert der Vorsitzende André Schubert mit einem Schmunzeln: „Zumindest sind die Karten für alle Veranstaltungen in nur drei Stunden ausverkauft gewesen.“
Eckard Gröppler hat als Leiter der Tanzkapelle einst das närrische Treiben in dem Dorf begründet, mehr als 20 Jahre lang den Verein geführt. Schon 1972 hatten sich die Narren einen Ruf erarbeitet, gingen auf Tournee durch den Landkreis und darüber hinaus.
Bewährtes wurde beibehalten, selbst wenn es für einen Büttenabend unmodern anmuten mag. In Laaslich ist das die Blasmusik – seit den 90er Jahren gespielt von den Löcknitztalern, im aktuellen Programm nennen sie sich Staatskapelle. Auch der Narrenschwur ist so ein Relikt aus der Vorzeit, aber die Gäste kennen die Prozedur und mal ganz ehrlich: Wer will beim Karneval nicht die Kussfreiheit mit einem Schwur besiegeln?
Wer die Geschichte des Vereins kennt, weiß manche Anekdote zu erzählen. 1971 sollte Friseurmeister Pump bessere Klebe für Bärte besorgen, die die Haut weniger angreift. Büttenreden wurden politisch kontrolliert und ein Prinzenpaar erhielt 100 bis 150 Mark vom Verein als Entschädigung für die ständig auszugebenden Runden. Bei einem Stromausfall wurde das Programm im Kerzenlicht fortgesetzt und als 1978 jener störrische Esel beim Gastauftritt in Berge nicht in den Saal wollte, hat man ihn auf Decken hineingetragen.
Solche dramatischen Szenen gab es am Sonnabend nicht, wobei der Auftakt furios ist: Die Schöne und das Biest tanzen zu Bildern aus dem Original-Musical, live gesungen von Claudia Mewes. Hinter der Maske verbarg sich Christopher Busse, der zusammen mit seiner Partnerin Josephine Stehr in diesem Jahr das Prinzenpaar spielt.
Auch im wahren Leben sind sie ein Paar, haben sich einst auf dem Laaslicher Karneval kennen gelernt. Fünf Ehen hätten in diesem Saal ihren Anfang genommen, die Damen die Herren stets als Tanzmädchen verzaubert, heißt es. Heute studieren die Tanzmädchen ihre Choreografie selbst ein, die jungen Nachwuchstänzerinnen sind sichtlich aufgeregt, die große Funkengarde zeigt ein souveränes Programm mit Ausschnitten vergangener Jahre.
Dem Elferrat gelingt nicht jede Vorstellung holperfrei, nicht jede Pointe der Büttenredner trifft die Lachmuskeln, aber der neu interpretierte Osterspaziergang von Goethe ist ein kleines Meisterwerk.
Den Gästen gefällt‘s, Gesangseinlagen und Schunkelrund lassen die Stimmung steigen. Anke Schulz entführt als Sängerin auf den Broadway und glänzt mit Katja Ebsteins Eurovision Song Contest-Beitrag „Theater“. Einen Höhepunkt zur Programmmitte bringen die „Laaslicher Spatzen“. Erst fromm in Mönchskutte, dann rockig, frech und frivol zu AC/DC. Der Saal kocht, so soll es sein. Laaslich Helau!

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