Fundstücke an der Bahnlinie

Hans Reichert und Helga Ntephe vor ihren sehr unterschiedlichen fotografischen „Fundstücken“ von der Bahnlinie Berlin-Bad Wilsnack 2014 bei der Ausstellung in der Kirche Groß Lüben.
Hans Reichert und Helga Ntephe vor ihren sehr unterschiedlichen fotografischen „Fundstücken“ von der Bahnlinie Berlin-Bad Wilsnack 2014 bei der Ausstellung in der Kirche Groß Lüben.

Fotos aus spannenden Blickwinkeln / Heute: Vernissage für die Ausstellung „Neben dem Gleis“ in der Bad Wilsnacker Elbtalklinik

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13. November 2015, 12:00 Uhr

Was man entlang einer Bahnstrecke so alles entdecken kann, das führen Hans Reichert und Helga Ntephe den Betrachtern der Ausstellung „Neben dem Gleis“ vor Augen. Sie wird heute um 19 Uhr mit einer Vernissage in der Bad Wilsnacker KMG-Elbtalklinik eröffnet, zu der Interessierte herzlich willkommen sind. Die beiden Künstler sind selbst anwesend. Umrahmt wird die Veranstaltung musikalisch von Bernhard Behrens (Videoklang-Erinnerungen) sowie von Jens Reulecke (Performance slow-motion).

„Neben dem Gleis“ entdeckten Reichert und Ntephe allerhand ,Fundstücke und Streckenbilder’ – unter letzterem Titel wurden die spannenden Fotos schon einmal im Vorfeld der 675-Jahrfeier in Groß Lüben im vergangenen Jahr in der dortigen Kirche gezeigt. Hans Reichert hielt in dokumentarischen, Helga Ntephe in künstlerisch bearbeiteten Fotos Momentaufnahmen fest, die allesamt der Bahnlinie zwischen Bad Wilsnack und Berlin-Spandau zuzuordnen sind. „Gerade wir Berliner fahren immer wieder in die Prignitz, häufig mit der Bahn, steigen in Spandau ein und in Bad Wilsnack aus. Das, was dazwischen liegt, nimmt man indes kaum wahr“, beschreibt Reichert die Motivation zu dieser ungewöhnlichen Ausstellung.

Mit seinen Fotorecherchen wollte der Vorsitzende des Fördervereins Kirche Groß Lüben das ändern. Und so unternahm er an vielen Orten entlang der Strecke sogar kleine Reisen in die Vergangenheit. Denn zum Beispiel hat nicht jeder Bahnhalt mehr ein Gebäude. Selbst diesen verschwundenen Bahnhöfen spürte Hans Reichert nach. Seinerzeit wurde an der langen Ausstellungswand im Groß Lübener Kirchenschiff ein Mosaik hergestellt, gebaut aus zahlreichen Fotos, das ein sehr ambivalentes Bild der Zugverbindung sowie der Reisekultur von früher und jetzt zeichnet. Man darf bereits gespannt sein, wie die Fotos nun in der Elbtaklinik arrangiert werden.

Helga Ntephe versucht mit ihren Motiven, den Blick auf die Poesie des Alltäglichen zu lenken, nimmt Sichtweisen ein, auf die man als normaler Betrachter nicht automatisch kommen würde. Helga Ntephe hatte bereits 2010 in der Wilsnacker Elbtalklinik ausgestellt und schon damals angekündigt, dass sie gern wieder mit einer Schau in die Prignitz kommen würde – was ihr nun nach 2014 gleich noch ein weiteres Mal gelingt, wie am „angestammten“ Ort in der Elbtalklinik.  

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