Bad Wilsnacks Katzenproblem : Fundkatzen überfordern Verein

Die Fundkatzen aus Breese sind erst wenige Wochen alt. Cornelia Grothe sieht den Hof der Hundehilfe an der Belastungsgrenze angekommen.
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Die Fundkatzen aus Breese sind erst wenige Wochen alt. Cornelia Grothe sieht den Hof der Hundehilfe an der Belastungsgrenze angekommen.

SOS-Hundehilfe stößt finanziell und räumlich an seine Grenzen und bitte Amt um Hilfe / Nächste Woche gibt es ein Treffen

svz.de von
04. Juni 2016, 04:45 Uhr

Sie klettern über die Gitter und versuchen immer wieder, aus ihrer provisorischen Unterkunft auf dem Groß Lübener Hof auszubüxen: die drei kleinen Kätzchen, die vor kurzem von der SOS Hundehilfe e.V. in der Nähe des Eiscafés in Breese aufgegriffen wurden. Weit kommen sie nicht, nur bis zum nächsten Gitter, aber man sieht, dass die Unterbringung nur eine Notlösung sein kann.

Cornelia Grothe, erste Vorsitzende des Tierhilfevereins, würde diesen Zustand gerne ändern, allein es fehlen die Mittel für eine bauliche Erweiterung, die den Katzen gerecht wird. Und die Versorgung der Fundtiere bringt den Verein langsam an den Rand der Belastungsgrenze. „Man muss damit rechnen, dass allein die tierärztliche Erstversorgung um die 80 bis 100 Euro kostet. Die Katzen müssen geimpft und entwurmt werden, man muss sie bei Flohbefall behandeln. Dazu kommt das Futter und das Katzenstreu“, so Grothe. Wildlebende Katzen müssten zudem kastriert werden, um die weitere Vermehrung zu bremsen. Alles Dinge, wo sie Stadt und Amt stärker in der Pflicht sieht. Platz gäbe es auf dem Hof genug, um Hunde von den immer häufiger gebrachten Katzen getrennt zu halten. Engagierte Ehrenamtler gibt es ebenfalls, die in ihrer Freizeit genauso in Rufbereitschaft sind wie Feuerwehrleute. Die Versorgung laufe im Moment nur deshalb, weil der Verein „Vier Pfoten sagen Danke“ aus Spornitz (Mecklenburg) mit Futterspenden aushelfe.

„Im Mai ist zudem immer Katzenschwemme. Die Wildlebenden vermehren sich unkontrolliert“, sagt Grothe. Fast immer müssen die Groß Lübener die Bürger, die mit Fundtieren ankommen, wegschicken. „Unser Eindruck ist manchmal, dass erst wenn die Katzen verletzt sind oder Brüche haben, das Amt auf einmal wieder weiß, dass es in der Pflicht steht.“

Im Amtsbereich Bad Wilsnack sucht man eine dauerhafte Katzenstation vergeblich. „Wir versuchen seit zwei Jahren beim Amt, aus den Vereinstöpfen Geld zu bekommen. Aber es bewegt sich nichts. Regelmäßig kriegen wir Schreiben, uns mit Anträgen um Förderungen zu bemühen. Das tun wir, aber es bringt nichts. Uns wird danach immer mitgeteilt, dass kein Geld in den Töpfen zu Verfügung steht“, so die Vereinsvorsitzende.

Zwar ist der Verein seit 1996 auch Auffangstation für das Amt und kriegt beauftragte Tieraufnahmen auch erstattet, jedoch sind diese Mittel recht gering und satzungsmäßig gilt dies nur für Hunde.

Bad Wilsnacks Ordnungsamtsleiter Gerald Neu gibt zu: „Bei den Hunden läuft alles bereits vom Feinsten, bei den Katzen haben wir noch Nachholbedarf.“ Dass das Amt kein Interesse an der ehrenamtlichen Arbeit der Groß Lübener habe, weist er aber zurück. Man habe Frau Grothe und der Hundehilfe das Signal gegeben, in der kommenden Woche einen Ortstermin mit einem Amtsmitarbeiter durchzuführen, dort sollen die vielen offenen Fragen rund um mögliche personelle und materielle Unterstützungen angesprochen werden. „Es läuft ja schon. Wir sind auch dabei mit SOS und Frau Grothe über Dinge wie eine Sterilisationsstation zu reden. Dass wir sie da im Stich lassen, ist nicht der Fall“, so Gerald Neu.

Cornelia Grothe wünscht sich jedenfalls, dass die Katzenversorgung so wie in anderen Amtsbereichen auf vernünftige Füße gestellt wird und dass die Breeser Fundkätzchen bald vermittelt werden können. Interessierte können sich zudem am Tag der offenen Tür am 11. Juni selbst ein Bild von der Arbeit auf dem Hof der SOS Hundehilfe machen.




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