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Tierschutz : Fünf Kätzchen einfach ausgesetzt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

93-jährige Agathe Prehl versorgt Tiere vorübergehend. Unsere Zeitung hilft über Facebook und findet Tierfreunde

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 18:00 Uhr

Fassungslos, empört und verzweifelt wandte sich gestern Agathe Prehl an unsere Zeitung. Unbekannte hatten ihr am Wochenende fünf junge Katzen vor die Tür gesetzt. „Ich öffnete und die Kätzchen flitzten ins Haus“, sagt die Bad Wilsnackerin.

Sie versuchte sie einzufangen, aber das war alles andere als leicht. Die Tiere hatten Angst und liefen immer wieder weg. Einige versteckten sich hinter dem Wandschrank. „Eine saß sogar fest, ich musste erst Fächer ausräumen, damit sie wieder frei kam. Das ging nicht so schnell, ich bin 93 Jahre alt, kann nicht mehr richtig laufen“, erzählt Agathe Prehl.

Mittlerweile haben sie sich miteinander angefreundet. Die Seniorin kaufte Futter und gibt es den Kätzchen, die mittlerweile alle das Haus verlassen haben und nun dabei sind, das Grundstück zu erkunden. Weglaufen mögen sie nicht und kaum öffnet Agathe Prehl die Haustür, da flitzen sie herbei in der Hoffnung, wieder gefüttert zu werden.

So war es auch gestern, als unsere Redaktion für ein Foto dort war. „Ich kann sie doch nicht verhungern lassen. Was sind das nur für Menschen, die Tiere schutzlos aussetzen.“ Warum der oder die Unbekannten gerade ihr Haus auswählten, könne Agathe Prehl nur vermuten. „Ich unterstützte eine andere Wilsnackerin mit Futter für ihre Katzen. Vielleicht hat sich das rumgesprochen.“ Fakt sei aber, die Katzen müssen weg. „Ich kann sie nicht behalten, das schaffe ich körperlich nicht“, sagt Agathe Prehl klipp und klar.

Noch bevor sie unsere Redaktion anrief, hatte sie sich an das Ordnungsamt gewandt, doch dort bekam sie keine Unterstützung. „Ich solle sie nicht mehr füttern, dann würden sie schon weglaufen, das war alles, was man mir sagte.“ Nur frei laufende Hunde werden durch die Behörde aufgenommen, da sie eine potenzielle Gefahr seien. Aber Katzen nun mal nicht.

In Teilen hat uns das Ordnungsamt diesen Sachverhalt bestätigt. Katzen würden in der Tat nicht automatisch eingefangen. Es komme immer wieder vor, dass insbesondere Katzen weglaufen und sich auf fremden Grundstücken aufhalten. Man setzte zunächst darauf, dass sie nicht gefüttert werden und deshalb zu ihrem eigentlichen Besitzer zurücklaufen. In Notfällen würde das Ordnungsamt aber aktiv werden und auch Katzen einfangen lassen. Im Fall von Agathe Prehl wolle man abwarten.

Die wendet sich hilfesuchend an unsere Leser. „Wer eine Lösung weiß, wer eines der Kätzchen zu sich nehmen möchte, kann mich anrufen.“ Telefonisch ist sie unter der Rufnummer 038791/6553 zu erreichen.

Noch während dieser Text gestern geschrieben wurde, gab es die ersten konkreten Hilfsangebote auf unserer Facebookseite, auf der wir kurz den Fall geschildert hatten. Bis zum Abend hatten bereits rund 5000 User den Beitrag gelesen. Torben und Jerome wollten etwas Futter vorbei bringen. Evelyn, Sanny und Mario entschieden sich spontan, jeweils ein Kätzchen aufzunehmen.

Unsere Redaktion gab Telefonnummer und Adresse nach Rücksprache mit Agathe Prehl weiter.


 

 

 

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