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Lese-Café Lenzen : Fünf Jahre Literaturpassion

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kleinod feiert fünfjähriges Bestehen mit einer Vernissage und Bildern der Hobbymalerin Jutta Beil

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Es ist ein gemütliches Kleinod, das Renate und Günther Lucht in dem restaurierten Häuschen in der Lenzener Flutstraße geschaffen haben. Seit fünf Jahren finden Literaturinteressierte in Luchts Lese-Café eine gemütliche Atmosphäre, um in großen Werken oder seichten Blättern zu schmökern und bei einer Tasse Kaffee miteinander ins Gespräch zu kommen, wobei der Lesestoff vielfach der Ausgangspunkt, keinesfalls aber die Grenze der Diskussion ist.

„Es kommen ganz verschiedene Leute hierher“, sagt Lucht, der mit seiner Frau kurz nach der Wende in den Osten kam, das Haus vor einigen Jahren kaufte und von Grund auf sanierte. „Es hat einige Zeit gedauert, bis das Café und das benachbarte Antiquariat angenommen wurden. In den ersten vier Monaten war, soweit ich mich erinnere, gar kein Gast da.“ Heute begrüße er einen kleinen Kreis von regelmäßigen Stammgästen. „Viele sind alleinstehend, haben keine Verwandtschaft. Die nutzen die Chance, mal rauszugehen, unter Leute zu kommen.“

Das Antiquariat hingegen zieht auch Buchliebhaber von weiter her an. So kommen einige Kunden regelmäßig aus Berlin nach Lenzen, um in Luchts Bestand zu stöbern. „Hier bekommen sie gewisse Sachen einfach viel günstiger als in der Hauptstadt“ sagt er. Und gerade die Vorweihnachtszeit sei auch für sein kleines Antiquariat nicht schlecht gewesen. „Da hat, Tatsache, ein Buch für 800 Euro den Besitzer gewechselt.“ Allerdings umfasst der Bestand nicht nur sündhaft teure Werke. Von 50 Cent bis 1500 Euro – Die Luchts können jede Preisklasse bedienen.

Eine zweite Leidenschaft des Ehepaares ist die Kunst. Regelmäßig zeigen sie Werke verschiedenster Künstler in ihrer kleinen Café-Galerie. Zum fünfjährigen Bestehen hat Familie Lucht Jutta Beil, eine langjährige Freundin, eingeladen, ihre Acrylgemälde auszustellen. „Die Malerei habe ich im Ruhestand wiederentdeckt“, sagt die 71-jährige Hamburgerin. „Angefangen hat das aber schon als Kind, bis ins Schulalter habe ich viel gemalt. Neben Beruf und Familie war dann einfach zu wenig Zeit.“

Wenngleich sie sich selbst ausdrücklich als Amateurkünstlerin sieht, zeugen ihre Bilder dennoch von einem ausgeprägten Sinn für Farben und Formen. Dabei dominieren in der Schau im Lese-Café Landschafts- und Naturmotive, zu denen sich die Malerin auf ihren zahlreichen Reisen inspirieren ließ. Rügen, die Halligen, Hiddensee, aber auch weiter entfernte Ziele wie Spanien und Bosnien-Herzegowina finden sich in den Acrylbildern wieder.

„Unverbildet und mit gutem Geschmack versehen hat sie Bilder von großer Liebenswürdigkeit und Eindruckskraft geschaffen“, kommentiert Günther Lucht die Ausstellung und merkt an, dass ein Kunstwerk auch immer ein Geheimnis haben und vor allem für sich behalten müsse, da es sonst seine Faszination verliere.

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