Bad Wilsnack : Fühler nach Südamerika ausgestreckt

Kleinstadt Villa Elisa hat Interesse an einer Städtefreundschaft.Stadtverordnete müssen entscheiden.

svz.de von
22. November 2018, 12:03 Uhr

Pflegt die Kurstadt bald eine Städtefreundschaft mit Villa Elisa in Argentinien? Die Südamerikaner wünschen sich das zumindest, wie Hans Dieter Haas als Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Fremdenverkehr und Kurortentwicklung, bei dessen Sitzung am Dienstag informierte.

„Die argentinische Botschaft in Berlin nahm im September Kontakt zur Amtsverwaltung auf mit einer entsprechenden Anfrage.“ Villa Elisa (Provinz Entre Ríos) liegt an der Grenze zu Uruguay im Osten Argentiniens und hat knapp 10 000 Einwohner. „Es gibt einige Parallelen zu Bad Wilsnack“, so Haas, „sie haben auch eine Therme, Hotels, Sportvereine“. Darüber hinaus hätte die Südamerikaner beeindruckt, dass die Kurstadt so viele Chöre beheimatet. Auf Bad Wilsnack sei die Botschaft über eine Internet-Stichwortabfrage für Berlin und Umgebung gekommen. Dabei spielten die Parameter Kurort- und historische Stadtentwicklung oder auch die Vereinsarbeit eine Rolle.

Derzeit stellt die Amtsverwaltung ein Exposé über Bad Wilsnack zusammen, um ein umfassendes Bild über die Stadt nach Argentinien schicken zu können. „Eigentlich wollte eine Delegation uns schon zur Moormeile im Oktober besuchen, aber es klappte dann doch nicht“, schilderte Hans Dieter Haas.

Bürgermeister Hans-Dieter Spielmann zeigte sich grundsätzlich angetan von einer möglichen Freundschaft, über die letztlich die Stadtverordneten entscheiden müssen. „Mit Blick auf einen Jugendaustausch und die Förderung der spanischen Sprache in unserem Bereich ist das sicher reizvoll.“ Dennoch müssten auch die Kosten für den Unterhalt einer solchen Beziehung im Auge behalten werden. Haas ergänzte, dass eine Städtefreundschaft „auf jeden Fall“ aufgebaut werden könne. „Und wenn es dann noch zum Jugendaustausch kommt, wäre das eine feine Sache.“ Er gab einen kurzen Überblick über die Historie von Villa Elisa. „Der Ort wurde 1890 gegründet. Damals kaufte ein Hector de Elia 7536 Hektar um eine Siedlung aufzubauen, die er nach seiner Frau Elisa benannte.“

Bisher unterhielt Bad Wilsnack nur nach der Wende freundschaftliche Beziehungen zu Quickborn. „Aber das bezog sich eher auf die Umstellung der Verwaltung nach der Wende“, so Dietrich Gappa, der damals Bürgermeister in Bad Wilsnack war, gestern auf Nachfrage.

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