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Perleberger Garten : Fuchsienparadies an der Stepenitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Es gibt über 10 000 Sorten der Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse und an die 40 findet man im Garten von Monika Meyer

von
erstellt am 30.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Sie heißen Hölderlin , Deutsche Perle, Celia Smedley oder Happy Wedding Day. Kaum jemand denkt da an Fuchsien. So klangvoll wie der Name, so wunderschön die Pracht, die sich im Garten von Monika Meyer dem Auge bietet. Ein kleines Fuchsienparadies an der Stepenitz.

Die gelernte Gartenbaumeisterin hatte irgendwie schon immer sprichwörtlich einen Narren an dieser Pflanze gefressen, wie ihr Mann Christian lächelnd verrät. Ende der 60er Jahre standen in einem 50 mal 50 Meter großen Gewächshaus von Zierpflanzen nur Fuchsien. Und Monika Meyer hatte ihren grünen Daumen mit darauf.

Als Friedhofsblume war die Fuchsie sehr gefragt und das nicht nur in der DDR. Sie erwies sich auch als kleiner Exportschlager in den Westen. Und auch die in Perleberg stationierten sowjetischen Truppen fanden Gefallen an der blühenden Pracht. So ergab es sich, dass Sowjetsoldaten Winston Churchill auf Händen trugen. Denn eine der wenigen Sorten, die damals bei Zierpflanzen heran wuchs, trug dessen Namen.

Es gibt weitaus mehr als 10 000 Sorten, dieser in Mittel- und Südamerika beheimateten Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse, erzählt Monika Meyer. Und man spürt förmlich ihre Liebe und Leidenschaft für die Fuchsie. In welcher Vielfalt und einzigartigen Schönheit es diese gibt, sah sie mit eigenen Augen erstmalig auf der Gartenbauausstellung in Eberswalde und war überwältigt. Dabei war dies nur eine kleine Auswahl. Diese Faszination an Farbe und Form holte sie sich 1992 in ihren kleinen Blumenladen am Schuhmarkt. Über den Großmarkt versuchte sie, ein möglichst breites Sortiment zu ordern. Derweil wurde natürlich jede Gartenbauausstellung besucht. Und immer war die Fuchsie die Blume, die vor allem ihr Interesse fand. Verständlich, dass es sie auch in die Gärtnerei Schlestein nach Basdorf bei Berlin zog, galt deren Fuchsienvermehrung doch als die größte im Land Brandenburg. „An die 400 bis 600 Sorten standen dort, und Anfang Juli traf man sich hier zur Fuchsienparty. „Das war ein Geschiebe und Gedränge durch die Gewächshäuser. Jeder war auf der Suche nach jenem Exemplar, das ihm noch in der Sammlung fehlte“, erzählt schmunzelnd Monika Meyer.

Als sie Ende der 90er die Ladentür ihres kleinen Blumengeschäftes für immer abschloss, wanderte alles was Fuchsie hieß in den heimischen Garten hinterm Haus. Zu Glanzzeiten standen hier 140 Fuchsientöpfe, fast in jedem eine andere Sorte. Kontakte zu anderen Fuchsienzüchtern vom Rheinland bis nach Graz und in die Steiermark wurden geknüpft, Fachliteratur wechselte den Besitzer und per Post wurden Stecklinge verschickt.

Heute sind es noch an die 40 Sorten, die dem großen Garten hinterm Haus ein einzigartiges Flair verleihen. Von vielen habe sie sich getrennt, wenn auch schweren Herzens. Natürlich nicht von ihrer Lieblingspflanze, der Mutter aller Fuchsien, der Leonhart Fuchs. 1696 entdeckte Charles Plumier jene und benannte sie nach den deutschen Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs.

Den Sommerblüher gefalle unser Klima. Ihnen werde zwar nachgesagt, dass sie ein schattiges Plätzchen bevorzugen, Monika Meyer hat andere Erfahrungen gemacht. Die dunklen Sorten lieben sogar die Sonne und auch den helleren schadet sie nicht. Einzig die weißen sollte man vielleicht ein etwas geschützteres Plätzen zugestehen. Übrigens, es gibt aber auch winterharte, ergänzt die Fuchsienexpertin. Angehäufelt und mit Tannengrün abgedeckt überstehen sie die kalte Jahreszeit an der frischen Luft. Die meisten der blühenden Schönheiten aber werden Anfang November zurückgeschnitten und dann geht es zur Überwinterung bei Luft und Liebe in den Keller. Wenn die Fuchsien dann im April wieder in den Garten umziehen heißt das : Es wird Frühling an der Stepenitz.
 

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