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Frühestens Ende Februar ist Sendemast Seddin am Netz

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erstellt am 22.Feb.2012 | 10:25 Uhr

GroSS Pankow | Gleich zweimal flattert potenziellen Airspace-Kunden in diesem Monat ein Brief ins Haus. Im ersten teilt das in Potsdam ansässige Unternehmen mit, dass voraussichtlich erst Ende Februar die ersten Kunden ans Netz für ein schnelles Internet per Richtfunk angeschlossen werden können. Als Grund führt die Airspace Communications GmbH an, dass der Sendemast in Seddin noch nicht ans Stromnetz angeschlossen sei, obwohl schon im September 2011 gleichzeitig mit dem Bauantrag beantragt. Doch bislang fehle die letzte Genehmigung der unteren Verkehrsbehörde. Sobald diese vorliege, werde ein von der Wemag beauftragtes Unternehmen die Arbeiten in Seddin beginnen. Sollte der Boden allerdings weiter so gefroren sein, dürfte es schwierig sein, Kabel und Leitungen zu verlegen.

Letzteres bestätigt Thilo Garkisch von der gleichnamigen Elektro Anlagenbau GmbH in Perleberg. Ende Januar habe die Firma den Auftrag von der Wemag erhalten und sich auch gleich um eine Genehmigung bemüht, entsprechende Schachtungsarbeiten an der Landesstraße in Seddin vornehmen zu können. "Wir hatten die Ausführung schon vor drei Wochen vor, doch dann kam der strenge Frost", erklärt Garkisch. Der Boden sei teilweise 80 Zentimeter und tiefer gefroren. Man hoffe zwar, in dieser Woche beginnen zu können, es könne sich aber auch noch bis Ende Februar hinziehen.

Airspace beklagt in dem ersten Schreiben an die Kunden weiter, dass bislang auch die Vertragsunterzeichnung durch die Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) fehle. Diese hatte nach einer Ausschreibung im vergangenen Jahr Airspace den Zuschlag erteilt, 14 Orte der Gemeinde mit schnellem Internet zu versorgen. Bis zum Oktober 2011 sollte das erfolgen, versprachen Unternehmensvertreter den künftigen Kunden, schlossen die erste Verträge mit ihnen ab. Doch dann gab es immer wieder Verzögerungen, der "Prignitzer" berichtete. Und die, so macht Groß Pankows Bauamtsleiter Halldor Lugowski deutlich, lägen nicht an der Gemeinde, sondern seien hausgemachte des Unternehmens. Nach seiner Auffassung hätten die Dachantennen längst installiert, auch die Wemag beauftragt sein können, "denn wir haben den Auftrag bereits im Mai 2011 ausgelöst. Doch die Energiebezugsanmeldung haben wir erst im November auf den Tisch bekommen", verweist Lugowski auf ein Beispiel.

Die Airspace-Geschäftsleitung wurde jetzt zu einem klärenden Gespräch nach Groß Pankow geladen. Offensichtlich in dessen Folge verfasste das Unternehmen den zweiten Brief an die künftigen Kunden, in dem nun ausdrücklich die gute Unterstützung der Gemeinde während der gesamten Bauphase gelobt wird. Zudem weist Airspace darauf hin, dass nun auch endlich der Vertrag mit dem Grundstückseigentümer für den Backbone-Anbieter unterzeichnet werden soll, "und damit dem Leitungsbau nichts mehr im Wege steht". Konkret gehe es dabei um die Nutzung eines Funkturmes in Pritzwalk, um dort die notwendigen Signale aus Berlin zu empfangen und weiter auf den Seddiner Sendemast leiten zu können.

Unter denen, die dringend auf den schnellen Internetanschluss warten, macht sich allmählich Frust breit. Für viele gibt es keine Alternative, denn kein anderer Anbieter könne gegenwärtig flächendeckend versorgen. Das sei auch der Grund, weshalb eine Vertragskündigung mit Airspace derzeit wenig Sinn mache, wie Lugowski unserer Redaktion gegenüber klarstellt.

Auch Hoffnungen auf eine Versorgung durch die Telekom werden sich wohl vorerst nicht erfüllen. Die hatte nämlich 2011 neue Kabel verlegt, beispielsweise aus Richtung Perleberg bis an den Ortseingang von Rohlsdorf. Dabei handele es sich um Kapazitätserweiterungen an der Telekom-Netz infrastruktur. "Eine DSL-Versorgung von Rohlsdorf oder Klein Linde durch die Telekom ist ausgeschlossen, da im Wege einer Ausschreibung die Airspace Communications GmbH zum Zuge kommt und dafür auch Fördermittel fließen", macht Telekom-Sprecher Georg von Wagner auf "Prignitzer"-Nachfrage deutlich.

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