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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 17:04 Uhr

Wittenberge : Fruchtbares Garten-Miteinander

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Auf ihrer Parzelle in der Lenzener Chaussee haben Lothar Stövesand und Monika Frellstedt ein Biotop für Pflanzen und Tiere geschaffen.

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Schnurgerade Beetkanten. Die Pflanzen in Reih und Glied. Das Gemüse auf der einen Seite, die Erdbeeren auf der anderen, eben alles wohl geordnet: Dieses Bild dürften die meisten im Kopf haben, wenn die Rede von Parzellen in Kleingartenvereinen ist.

Dass es aber auch ganz anders geht, entdeckt, wer von Lothar Stövesand und seiner Partnerin Monika Frellstedt eingeladen wird, ihren Kleingarten im Verein Lenzener Chaussee zu besuchen. Stövesand sagt: „Unser Kleingarten ist ein Biotop.“ Ein großes Wort für ein kleines Stück Land, denkt man genau so lange, bis der naturinteressierte Hobbygärtner mit seiner Führung über die Parzelle beginnt.

Um alles zu entdecken, muss man Zeit mitbringen. Denn dieser Garten bietet jede Menge Überraschungen. Lothar Stövesand und Monika Frellstedt geben nicht nur den verschiedensten Pflanzen einen Lebensraum. Der Kleingarten in der Lenzener Chaussee ist auch ein Refugium für Tiere. Bienen, Hummeln und andere Insekten haben hier bis in den Herbst hinein Nahrung, wenn sich in anderen Gärten bereits kaum noch etwas Blühendes findet. Bei Lothar Stövesand ja.

Auf die Vielfalt komme es an, sagt der Kleingärtner, der nicht unbedingt in das gängige Klischee der Vereinsgärtner passt. Wer hat schon Stockrosen, Echte Königskerze, Eselsdiestel, Gelbe Brennnessel, Seifenkraut, Japanische Anemone und, und, und in enger Nachbarschaft auf einer Kleingartenparzelle zu bieten.

Stövesand spricht nicht von Nachhaltigkeit und ökologischem Gärtnern. So große Worte macht er nicht. Er sagt: Wir haben hier ein Biotop. An der Vogeltränke sitzt eine Amsel. „Sie ist bei uns im Garten Stammgast“, fügt Lothar Stövesand schmunzelnd hinzu. Zu seinem Biotop gehört aber auch die Borke, die liegen bleibt, „weil die Tausendfüßler sich dort wohl fühlen“. Wenige Schritte weiter, sind kleine Feldsteine aufgeschichtet. Eine Eidechse ist eingezogen, liebt es, sich auf den warmen Steinen zu sonnen. Unter einer kleinen Tanne, ja, auch für sie hat sich noch ein Plätzchen gefunden, wohnen Igel. Im Winter, so sagt Stövesand, finden sie hier einen frostfreien Überwinterungsplatz.

Weiter geht es auf Erkundungstour durch das Kleingartenbiotop, in dem über Sommer auch Erdwespen ihr Nest haben durften.

Damit keine falsches Bild entsteht, natürlich gärtnern Stövesand und Monika Frellstedt auch im herkömmlichen Parzellensinn. Erdbeeren und Kartoffeln aus dem eigenen Garten schmecken, wie auch Tomaten und Kartoffeln, einfach besonders gut.



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