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Der Prignitzer

25. November 2017 | 01:20 Uhr

Frischekur für Gotteshaus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Umfangreiche Sanierung der Kleinower Kirche ist fast abgeschlossen: Im Turm hängt nun eine Glockeweniger

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2014 | 09:45 Uhr

Die Kleinower Kirchenglocken läuten wieder. Nach dreimonatiger Bauphase sind die Sanierungsarbeiten an und in der Dorfkirche nahezu abgeschlossen.

Statt der ursprünglichen drei hängen im Kirchenturm jetzt nur noch zwei Glocken. Eine Stahlglocke musste abgenommen werden und steht nun im Eingangsbereich der Kirche. „Sie hatte keinen eigenen Glockenstuhl, sondern war mit dem Außenfachwerk verbunden. Immer wenn sie schlug, wackelte der ganze Turm“, erklärt die beteiligte Bad Wilsnacker Architektin Annette Schulz. Der ohnehin schon marode Glockenturm hätte den Vibrationen nicht mehr lange standgehalten, weshalb zuletzt gar nicht mehr geläutet wurde. Die zwei übrigen Glocken hängen nun an einem Stuhl. Die kleinere von ihnen, eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1567, erhielt zudem eine neue Aufhängung und funktioniert jetzt wieder einwandfrei.

Die Holzkonstruktion des Glockenturms wurde ebenfalls restauriert. Die Holznägel, welche die Balken fest verbinden, wurden erneuert, die Ausfachungen, also die Ziegelsteine zwischen den Balken, wurden teilweise herausgenommen, geputzt und wieder eingesetzt oder ganz ersetzt. Dachdecker erneuerten die in die Jahre gekommenen Biberschwänze des Turmdachs, deckten den Turmreiter mit neuen Schieferplatten ein oder setzten die gut erhaltenen Stücke wieder ein. Tischler ersetzen drei Kirchenfenster mit Rahmen aus Eichenholz, Maurer putzen derzeit noch den Giebel, der einen neuen Anstrich erhält. Dank des Fachwissens der Wittenberger Restauratorin Corinna Streitz konnten die sanierten Bereiche der um 1500 erbauten Kirche originalgetreu nachempfunden werden.


105 000 Euro in die Hand genommen


Bis auf Glockenspezialist Thomas Walter aus Luckau waren ausschließlich regionale Firmen beteiligt. Für die Sanierung habe die Kirchengemeinde 105 000 Euro in die Hand genommen. „Ein knappes Budget, mit dem wir sehr haushalten mussten“, sagt Annette Schulz. Zum Eigenanteil der Kirchengemeinde haben der Förderkreis Alte Kirchen, der Kirchenkreis Prignitz, die Denkmalschutzbehörde des Landkreises, die Landeskirche, die Gemeinde Plattenburg, der Pfarrsprengel Uenze und die Sparkassenstiftung einen finanziellen Beitrag geleistet.

Mitglieder der Kirchengemeinde und Kleinower haben außerdem tatkräftig mitgeholfen, etwa Balken gereinigt und gestrichen oder Erdarbeiten durchgeführt. Als Dankschön ist für den 28. September ab 14 Uhr ein Festgottesdienst mit anschließender Kaffeetafel geplant, teilt die Kirchenälteste Angela Schmidt mit.

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