Frische Kost kommt aus der Region

Nicole Lamprecht, Katja Scheer und Waltraud Bunge (v.l.) vom Küchenteam des Schullandheimes Lenzen. Die Damen servieren Steak  mit Bratkartoffeln und Gemüse, Möhreneintopf sowie Vanillepudding als Nachspeise.Torsten Gottschalk
Nicole Lamprecht, Katja Scheer und Waltraud Bunge (v.l.) vom Küchenteam des Schullandheimes Lenzen. Die Damen servieren Steak mit Bratkartoffeln und Gemüse, Möhreneintopf sowie Vanillepudding als Nachspeise.Torsten Gottschalk

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06. November 2012, 06:52 Uhr

Lenzen Elbtalaue | Essen aus der Kantine genießt ohnehin keinen guten Ruf, doch seit der durch verseuchte Erdbeeren ausgelösten Brechdurchfall-Epidemie stehen die Versorgungsbetriebe von Schul- und Kitaküchen in der Kritik. Eltern sind verunsichert und fragen besorgt: Was kriegt mein Kind auf den Teller? In einer Serie stellen wir die Essensversorgung in der Region vor. Heute: Lenzen Elbtalaue.

Auch in der Kita "Lebenskreis" in Lenzen gab es aufgetaute Erdbeeren. Die private Einrichtung ist beim Pflegeheim des DRK-Kreisverbands Prignitz mit integriert, die über eine eigene Küche verfügen. Chefköchin ist Ilona Gums. Sie war über den Vorfall mit den verunreinigten Erdbeeren aus China entsetzt: "Wir haben Erdbeeren gleich vom Essensplan genommen. Gefrorenes Obst wird nur noch abgekocht verwendet", zieht sie die Konsequenz aus dem Vorfall. Tiefkühlkost beziehe sie hauptsächlich vom Großhändler Schaper. "Es gibt auch schon mal teilfertige Produkte wie zum Beispiel Kartoffelklöße." Wann immer es möglich sei, würde sie Obst und Gemüse frisch aus Lenzen beziehen. "Zum Teil sind das private Anbieter. Die Kartoffeln kommen geschält aus Perleberg." Doch nicht nur mit Mittagessen werden die 22 Kinder versorgt. "Wir bieten auch Frühstück und eine Kaffee-Mahlzeit an." Das Mittagessen kostet 1,80 Euro. Das Frühstück 45 Cent und die Kaffee-Mahlzeit 25 Cent.

"Warum muss es um diese Jahreszeit überhaupt Erdbeeren geben?", fragt Lutz Schmidt von der Landgaststätte Schmidt. Das Lokal in Cumlosen beliefert seit fünf Jahren die örtliche Kita "Zwergenland", die rund 30 Kinder besuchen. Das Essen kostet 1,79 Euro. Bei ihm gäbe es hauptsächlich saisonales Obst und Gemüse, sagt er: Immer das, was zur Jahreszeit passe. Momentan wären das Kohl und Möhren aber auch Kohlrüben. "Die schmecken den Kindern, wir müssen sie nur etwas kleiner schneiden."

Bei den Zutaten lege er Wert auf regionale Produkte: "Die Kartoffeln kommen von einem Bauern aus Groß Garz. Genauso wie ein Großteil des Gemüses." Was es nicht in der Region gibt, beziehe Schmidt vom Großhandel Schaper in Perleberg. Dabei versuche er, auf Tiefkühlkost gänzlich zu verzichten. "Gefrorenes Obst gibt es bei uns gar nicht", sagt er. Aber, so räumt er ein, man müsse sich bei der Qualität auf die Zulieferer verlassen, könne nicht alles selbst kontrollieren.

Das Landschulheim Lenzen versorgt die vier kommunalen Einrichtungen Grundschule Lenzen und Lanz, Kitas Lanz und Wootz. Eine Mahlzeit kostet zwischen 1,95 und 2,15 Euro. Die Zutaten für das Essen der rund 120 Kinder komme ebenfalls überwiegend vom Großhandel Schaper in Perleberg, aber auch vom Fachgroßhandel Hermann in Neubrandenburg und dem Fruchthof in Stendal. Die Leiterin des Landschulheims, Ingrid Glißmann, sagt: "Wir arbeiten jahrelang mit diesen Anbietern zusammen. Die Produkte sind frisch. Es hat noch nie Probleme gegeben."

Das Landschulheim bereite alles selbst zu, teilfertige Produkte gäbe es nicht: "Wir kochen wie früher", sagt Glißmann. Um Keime zu verhindern, würden die Temperatur des Essens überprüft und alle Hygienevorschriften eingehalten. Dennoch ist auch Ingrid Glißmann der Meinung: "Was in den Zutaten drin steckt, wissen wir auch nicht. Wir können nur vertrauen."

Die Kita "Kleine Zappelzwerge" der Sachtleben und Jäger GbR in Lenzen wird bis Ende des Jahres vom Café am Markt versorgt. Über Qualität und Geschmack des Essens wollte die private Einrichtung gegenüber unserer Redaktion keine Aussage machen.

Die Betreiberin des Cafés, Elvira Bartoschewitz, vertraut auf ihre 20-jährige Berufserfahrung. Sie und eine weitere Köchin bereiten das Essen für die 20 bis 40 Kinder zu. "Teilfertige Produkte gibt es bei uns nicht. Wir panieren sogar Schnitzel selber", so Bartoschewitz. Fleisch beziehe sie vom Großhandel Schaper, genauso wie das Gemüse. "Die Kartoffeln liefert uns der Großhändler Nordische Tiefkühl Kost ungeschält", erklärt die Café-Inhaberin.

Beim Obst nehme Bartoschewitz hauptsächlich regionale Produkte. "Äpfel und Birnen kommen zum Teil aus den umliegenden Gärten. Die werden von uns verarbeitet und eingeweckt." Beim Angebot reagiere sie auf die Bedürfnisse der Kinder. Sie meint: "Man muss auf Abwechslung achten. Mindestens zwei Wochen lang gibt es kein Gericht doppelt." Die Preise für das Essen liegen zwischen 1,90 Euro und 2,40 Euro.

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