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Gewässer in Wittenberge wird immer flacher : Friedensteich bereitet große Sorgen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Pächter und Eigentümer sagen, das Bad müsse dringend ausgebaggert werden

von
erstellt am 30.Apr.2016 | 05:00 Uhr

Droht dem Friedensteich als Naturbad das Aus, und zwar in absehbarer Zukunft? „Wir haben mit dem Teich als Badegewässer sehr ernsthafte Probleme“, sagen sowohl Hans-Jürgen Döllefeld als Leiter des Kultur- und Tourismusbetriebes, zu dem das Naherholungsgelände gehört, wie auch Lutz Lange von der Bäder GmbH, die das Naturbad von der Stadt seit fast 20 Jahren gepachtet hat. Das Problem: „Die fürs Baden und Schwimmen geeignete Fläche wird immer kleiner, der Teich immer flacher“, sagt Lange.


Super Wasserqualität lässt Pflanzen wuchern


Den Grund dafür sind nach seinen und nach den Worten des KSTW-Chefs die üppig wuchernden Pflanzen im Gewässer. Und die würden so gut wachsen, weil die Wasserqualität einfach sehr gut sei, sagen beide übereinstimmend. „Konnten wir früher bis zu acht Meter tauchen, sind es heute vielleicht noch zwei Meter. Dann kommt ein dichter Pflanzenteppich“, schildert der Pächter die unbefriedigende Situation. Die Fläche, die sich zum Schwimmen eignet, habe sich extrem verringert, sei seit Ende der 90er Jahre auf etwas 20 Prozent des früheren Bereichs geschrumpft. Das Gewässer scheint an einigen Stellen immer flacher zu werden. Möglich, dass dabei auch der feine Strandsand eine Rolle spielt, weil er in den Teich gespült wird.

Der Friedensteich ist mittlerweile Wittenberges einziges Freibad. Tatenlos habe man der Entwicklung, sprich Verkrautung nicht zugesehen, sagt der KSTW-Chef auf eine entsprechende Nachfrage. Es habe Ausbaggerungsversuche gegeben, aber nur im geringen Umfang. Der Anglerverein, so weiß Lutz Lange, hätte wohl auch Graskarpfen eingesetzt. Aber das Grün wuchert weiter. Die Sorgen wachsen, weil die Attraktivität der Naturbades abnimmt.

Die Bäder GmbH hat nach eigenen Angaben rund eine halbe Million Euro in die Infrastruktur am Friedensteich investiert. Blockhütten, Sanitäranlage, Versorgungsmöglichkeiten: Alles in bester Ordnung. Die guten Übernachtungszahlen sind Zeugnis dafür. „Noch“, sagt Lange. Er argumentiert: Wer am Friedensteich übernachte und Ferientage verbringt, tut das mit der Option, hier baden zu können. „Wenn die Situation nicht grundsätzlich verbessert wird, kann der Friedensteich eines Tages nicht mehr als Naturbad genutzt werden. Viele Gäste bleiben weg.“ Diese große Sorge teilt der KSTW-Chef. „Eine optimale Lösung wäre es, dass Gewässer richtig tief auszubaggern. Dann hätten wir wieder über Jahrzehnte Ruhe“, sagt er. Aber das Geld für ein derartiges Projekt fehle. Döllefeld sagt: „Wir sind dabei, Fördermöglichkeiten zu prüfen.“

 

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