zur Navigation springen

Treffen in Perleberg : Freundschaft über 1000 Kilometer

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Perleberg und das polnische Szczawnica – seit 15 Jahren verbindet sie eine Partnerschaft, die nun abermals besiegelt wurde.

von
erstellt am 07.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Seit 15 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem polnischen Szczawnica und Perleberg. Nun wurde mit der Unterschrift von Tomasz Moskalik, stellvertretender Bürgermeister von Szczawnica, und seiner Prignitzer Amtskollegin Annett Jura dieser erneut besiegelt.

Barbara Raatz, inzwischen 78 Jahre alt, ist eine, die die Partnerschaft von Anbeginn begleitete. Ein Brief, der die Kreisverwaltung im Jahr 2000 erreichte – das war der Anfang, erinnert sich die Perlebergerin. Denn jener nahm weiter seinen Weg ins Perleberger Rathaus. Ein Heim in Szczawnica, in dem Behinderte untergebracht waren, suchte Kontakt zu einer Stadt im Ausland. Mit gutem Grund, wie Barbara Raatz erzählt, denn derartige Beziehungen öffneten Tür und Tor, um an Fördermittel zu gelangen. Und die wurden im Behindertenheim dringend gebraucht. Denn die alte Schule war nicht nur alt, sondern auch alles andere als behindertengerecht.

Da muss doch was zu machen sein, sagte sich Barbara Raatz, und während die Vertreter aus Szczawnica zu einem Tierparkbesuch eingeladen waren, versuchte sie, die Lebenshilfe in Wittenberge als Partner zu gewinnen. Und diese Partnerschaft besteht noch heute. Bereits 2007 konnte sich Barbara Raatz selbst ein Bild davon machen, wie aus der alten Schule ein kleines Schmuckstück geworden war – behindertengerecht war sie saniert und umgebaut worden.

Die partnerschaftlichen Beziehungen wurden dann 2002 vertraglich verankert mit dem Ziel, die Geschichte, Tradition, Kultur und die Errungenschaften des anderen kennenzulernen. Man wollte ganz konkret einen, seinen Beitrag zur Vereinigung Europas leisten. Heute mehr denn je ein Gebot, wie beide Partner betonen.

Viele Kontakte sind entstanden, zum einen auch, weil einfach Hilfe gebraucht wurde. So startete 2007 ein Möbeltransport, organisiert von der Awo in persona der Pflegedienstleiterin Karin Dahse und unterstützt von der Stadt, Richtung Szczawnica für das Behindertenheim und die Kirchgemeinde. Im Heim für geistig und körperlich Behinderte wurden Kleidung und medizinische Hilfsmittel ausgeladen. Die Kirchgemeinde bekam Möbel für eine kleine ausgebaute Wohnung, die als Treff für die Gemeindejugend gedacht war. Bis dahin waren die Räume aber leer.

Zu den ersten, die ohne große Worte zueinander fanden, gehören die Kameraden der Feuerwehr. Den Name Uwe Schleich kennt in Szczawnica inzwischen jeder und umgekehrt kennt der Perleberger das Städtchen fast so gut wie seine Heimatstadt, bemerkte schmunzelnd Tomasz Moskalik. Wie selbstverständlich fuhr so zum jetzigen Besuch der polnischen Blauröcke die Perleberger Drehleiter aus. Denn selbst verfügen sie über keine, müssen im Fall des Falles eine aus dem Nachbarort anfordern. Und als bekannt wurde, dass sich ein Akkordeonspieler unter den polnischen Gästen befand, wurde im Handumdrehen ein solches von der Ehefrau eines Perleberger Kameraden kurz ausgeliehen, berichtet Bürgermeisterin Annett Jura.

Trotz der fast 1000 Kilometer, die zwischen den Partner liegen, will man die Kontakte und Zusammenarbeit weiterhin pflegen, mehr noch, sie ausbauen. Kunst und Kultur, Begegnungen, und die nicht nur auf Verwaltungsebene – einiges sei angedacht, so die Bürgermeisterin.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen