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Brandnacht in Wittenberge : „Freund sagte: ,Dein Auto brennt’“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Im Fall der zerstörten Autos in der Röhl- und Kurzen Straße laufen die Ermittlungen. Rede von Gasflaschen sorgt zunächst für Unklarheit

von
erstellt am 21.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Im Fall der vier durch Feuer zerstörten Autos in der Röhl- und der Kurzen Straße läuft die Suche nach den Tätern auf Hochtouren. „Wir gehen von Brandstiftung aus, haben aber noch keinen Tatverdächtigen“, so Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord, auf Redaktionsanfrage. Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes aus Eberswalde war am Sonntag vor Ort, um Spuren zu sichern.

In der Nacht zu Sonntag wurde laut Polizei ein Transporter in der Röhlstraße angezündet. Zwei daneben stehende Pkw wurden dann ebenfalls Opfer der Flammen. Ein weiteres Fahrzeug brannte wenige Meter entfernt in der Kurzen Straße. Die Besitzerin dieses Wagens ist fassungslos. „Ich war bei Freunden in der Nähe und habe es gar nicht mitbekommen. Ein Freund sagte mir dann: ,Dein Auto brennt’“, berichtet die junge Frau, die auf ihr Fahrzeug angewiesen war. „Ich habe eine Ausbildung in Stendal begonnen und muss nun sehen, wie ich dorthin komme.“ Sowohl der Transporter als auch der Wagen der jungen Frau wurden von der Polizei sichergestellt. Die anderen beiden Pkw nicht, weil sie nicht direkt angezündet worden waren, sondern in Folge anfingen zu brennen. Auf unserer Facebookseite sorgt die Tat für viele Reaktionen, auch, weil immer wieder in den vergangenen Monaten Autos brannten. „So was von schrecklich. Geht es schon wieder los? Muss man Angst haben um unser Eigentum?“, fragt Max Parieß. „Es gibt Leute, die haben echt Langeweile. Es wird immer schlimmer“, schreibt Thomas Paschke und Katrin Milsch meint: „Unglaublich!!!“. Danny Wilke fasst zusammen: „Da kann man nur heulen, wenn man den Anblick sieht“.

Ein Aspekt der Geschichte warf indes Fragen auf. Die Polizei sprach in ihrer Pressemitteilung am Sonntag davon, dass sich in dem Transporter Prüfgasflaschen befunden hätten, die explodiert seien. Dem widersprachen einige Leser auf unserer Facebookseite entschieden und verwiesen darauf, dass der Betroffene wegen dieser Darstellung Probleme mit der Versicherung bekommen würde. Dörte Röhrs bestätigte den Fakt gestern nochmals und Stadtwehrführer Lars Wirwich konnte ihn präzisieren. „Es waren Prüfgasflaschen – aber in der Größe von Spraydosen. Es waren vier oder fünf Stück, die explodierten und dabei ordentlich Krach machten.“ Es habe sich um Spray gehandelt, das eingesetzt wird, um bei Gasleitungen nach Lecks zu suchen. Mit solchen Sachen müsse von Seiten der Feuerwehr gerechnet werden, wenn es um einen Einsatz geht, bei dem ein Betriebsfahrzeug brennt.

Laut Dörte Röhrs liegen derzeit noch keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit dem Brandanschlag in der Krausestraße vor, „aber das wird in Betracht gezogen“. Mitte Juli wurde dort ein Pkw angezündet. Noch immer gibt es keinen Tatverdächtigen.  

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