NABU-Besucherzentrum Rühstädt : Freiwillig für Adebar aktiv

Constantin Salomo und Leon Hintz in der Ausstellung „Weltenbummler Adebar“.
Constantin Salomo und Leon Hintz in der Ausstellung „Weltenbummler Adebar“.

Bundesfreiwilligendienst oder Freiwilliges Ökologisches Jahr im NABU-Besucherzentrum / Stellen sind ab September wieder vakant

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27. Mai 2017, 12:00 Uhr

Während Leon Hintz im Besucherzentrum des NABU an der Rezeption sitzt, die Gäste begrüßt und diese bei Bedarf durch die kleine Ausstellung führt, werkelt Constantin Salomo oben in der Werkstatt an einer Wasserorgel für das Perleberg-Festival am 10. Juni. Die beiden 19-Jährigen sind seit September im Besucherzentrum tätig: Constantin absolviert hier sein Freiwilliges Ökologisches Jahr und Leon seinen Bundesfreiwilligendienst.

Die Arbeit ist vielfältig und interessant, sind sich beide einig. Dabei reicht die Palette von der Besucherbetreuung, den Dorf- und Ausstellungsführungen, dem Verkauf im Shop bis zum Bau von Nistkästen, Insektenhotels oder Fledermaushäuschen. Aber auch Teile des Storchenparcours sind mit ihnen entstanden.

Sowohl Constantin als auch Leon haben im vergangenen Jahr Abitur gemacht. Für beide Jungs stand die Frage: „Was danach machen?“

Constantin Salomo ist in der Prignitz, im Plattenburger Ortsteil Söllenthin, zu Hause. „Für mich ergab sich mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr die Möglichkeit, meine Heimatregion einmal anders zu betrachten und kennenzulernen“, sagt er. „Und Rühstädt ist schon was besonderes, das größte Storchendorf in ganz Deutschland.“ Und so hat er sich beworben.

Aus dem schleswig-holsteinischen Pinneberg kommt Leon Hintz, der über das Internet auf Rühstädt gestoßen ist. Er wollte in Richtung Ökologie gehen und auch ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. „Doch Constantin war schneller“, berichtet Leon. „Stimmt“, ergänzt dieser. „Drei Tage!“

Aber Leon erfuhr, dass es in Rühstädt auch die Möglichkeit des Bundesfreiwilligendienstes gibt. Und er griff zu. „Hier ist es ideal“, berichtet er. „Mein Arbeitsweg beträgt 18 Schritte.“ Während Leon Hintz hier wohnt, fährt Constantin Salomo jeden Abend nach Hause.

Das Haus, in dem sich das Besucherzentrum, die Naturwacht sowie die Verwaltung des Biosphärenreservats befindet, wurde so konzipiert, dass Freiwilligen aller drei Einrichtungen hier leben können, weiß die Leiterin des NABU-Zentrums, Dr. Nadine Bauer.

Ehemalige Freiwilligendienstler halten noch heute Kontakt zu ihr und zum Storchendorf. Einer von ihnen, Jakob Natke, hat durch die praktischen Erfahrungen im Naturschutz, inzwischen ein Studium für Umweltmonitoring an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden aufgenommen. „Wer zu uns kommt, der kann sich auf verschiedene Themen spezialisieren“, sagt sie. „Es ist auf alle Fälle ein Mehrwert für den beruflichen Werdegang.“

So sehen es auch Constantin und Leon, die noch bis August hier ihren Dienst versehen. Der Umgang mit der Natur, den Menschen, all das macht ihnen Spaß. Sie lernen Menschen aller Altersklassen kennen, kommen mit ihnen ins Gespräch und erfahren so manche Geschichte von Begegnungen mit Störchen aus anderer Regionen. Auf die Frage, wie viele Störche es denn aktuell in Rühstädt gäbe, antworten beide zeitgleich: „Wir haben 32 Brutpaare. Hinzu kommen einige Einzelstörche und die Jungstörche.“

Bereut haben es die beiden jungen Männer nicht. Und sie empfehlen es auch Schulabgängern, einen Freiwilligendienst anzutreten. Während Leon sich inzwischen doch für ein Studium entschieden hat – nur die Fachrichtung ist noch nicht sicher, beginnt Constantin im Herbst in Berlin eine Ausbildung zum Brauer und Mälzer. „Aber dem NABU bleibe ich treu“, da ist er sich sicher. „Mein Elternhaus steht in der Prignitz, und Rühstädt ist nicht weit.“

Leon kann sich durchaus vorstellen, dass er nach dem Studium einen Beruf ergreift, der etwas mit Natur zu tun hat.

Ab September sind beide Stellen wieder vakant. Junge Leute, die nach dem Schulabschluss noch nicht wissen, wie es weiter gehen soll, können sich bewerben. Vielleicht kommen sie ja direkt ins Besucherzentrum und suchen mit Constantin und Leon das Gespräch. Beide geben ihre Erfahrungen gern an potenzielle Nachfolger weiter. Dabei ist dann sicher auch der eine oder andere Tipp für das Leben auf dem Lande.

Diese Stellen sind auch für Migranten geeignet. Allerdings sollten sie schon Deutsch können, denn im täglichen Kundenverkehr ist die Sprache Grundlage.

Dr. Nadine Bauer verweist noch auf die Homepage: www. besucherzentrum-ruehstaedt.de. „Dort gibt es Informationen über die Einrichtung und unsere Angebote, aber auch über das Freiwillige Ökologische Jahr und den Bundesfreiwilliendienst“, sagt sie abschließend.

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