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Gericht konnte nichts beweisen : Freisprüche im Frankfurter Rocker-Prozess

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Zwei wegen versuchten Totschlags angeklagte Männer müssen nicht ins Gefängnis. In dem Prozess vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) konnte nicht bewiesen werden, dass sie an einer blutigen Rockerfehde beteiligt waren.

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erstellt am 24.Jan.2012 | 10:47 Uhr

Frankfurt | Freispruch im Rocker-Prozess: Zwei wegen versuchten Totschlags angeklagte Männer müssen nicht ins Gefängnis. In dem Prozess vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) habe nicht bewiesen werden können, dass die beiden 28-Jährigen an einer blutigen Rockerfehde in Finowfurt (Barnim) tatsächlich beteiligt gewesen seien, sagte ein Gerichtssprecher gestern. Die Täter hatten bei dem Angriff Masken getragen und waren nicht erkannt worden.

Bei dem Exzess im Sommer 2009 waren vier Männer aus dem Umfeld der Hells Angels mit Baseballschlägern und einer Machete in einem Auto attackiert worden. Laut Anklage sollen die beiden 28-Jährigen als damalige Angehörige der Bandidos mit unbekannten Komplizen die Männer angegriffen haben. Ein Opfer wurde lebensgefährlich verletzt, ein anderer Mann verlor fast ein Bein. Zwar seien auf der Klinge einer Machete Fingerabdrücke von einem der Angeklagten entdeckt worden, sagte der Gerichtssprecher. Da sich die Waffe allerdings in einem Clubhaus befunden habe, hätte jeder sie berühren können - nicht nur der 28-Jährige. Mit den Urteilen folgte das Gericht dem Plädoyer der Verteidigung.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Angeklagten Haftstrafen von sechs Jahren und fünf Monaten beziehungsweise fünf Jahren und sechs Monaten gefordert. Die 28-Jährigen sind nun auf freiem Fuß und erhalten laut Gericht Entschädigungen für die Untersuchungshaft. Angeklagt waren sie auch wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung. Eines der Opfer kam gleich zu Beginn des Prozesses Anfang Januar in Beugehaft, weil es nicht aussagen wollte. Der Mann soll selbst zur Rockerszene gehören, in der das ungeschriebene Gesetz gilt, gegenüber den Strafverfolgungsbehörden zu schweigen. Auch er sollte mit Ende des Prozesses laut Gerichtssprecher aus der Haft kommen. Ob gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt werden, stand noch nicht fest.

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