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Kommunalwahl 2014 : Freimark kandidiert für die SPD

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Als Parteiloser will er mit der SPD verändern und plädiert für einen ehrlichen Neuanfang mit Blick auf die Bürgermeisterwahl

von
erstellt am 16.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Wenn am 25. Mai die Abgeordneten für die Stadtverordnetenversammlung von Perleberg gewählt werden, dann steht auch Hans-Peter Freimark wieder auf der Kandidatenliste. Er bewirbt sich aber dieses Mal für die SPD um einen der 22 Sitze im Stadtparlament. Redakteurin Doris Ritzka sprach mit ihm über Erwartungen und Ziele.

Kommunalpolitik, seit wann ist das ein Thema für Sie?

Hans-Peter Freimark: Bereits 1989/90 haben mehrere Parteien bei mir angefragt.

Und?

Parteipolitik machen, das wollte ich nicht. Nicht Macht, sondern einzig mein Gewissen steht für mich an erster Stelle. So habe ich mich zurückgehalten.

Zu den vergangenen Kommunalwahlen sind Sie dann aber doch angetreten und das sogar für eine Partei, für die FDP.

Im DDR-Geschichtsmuseum traf ich immer wieder auf Menschen, die schimpften über das Jetzt und Heute. Auf die Frage, ob sie versucht haben was zu ändern, kam nur Achselzucken. Ich selbst hatte als Bürger inzwischen fast regelmäßig an Ausschusssitzungen und Stadtverordnetenversammlungen teilgenommen. Als dann erneut die Frage kam, ob ich nicht selbst als Stadtverordneter kandidieren möchte, habe ich zugesagt.

Aufgestellt wurden Sie als Parteiloser von der FDP. Warum von dieser Partei.

Ganz einfach, die FDP hat mich gefragt.

Und Sie haben so ohne weiteres zugesagt? Wo blieb da Ihre Haltung gegenüber Parteipolitik?

Zu der Haltung stand und stehe ich weiterhin. Die FDP hat vorbehaltlos akzeptiert, dass ich mich an erster Stelle nur meinem Gewissen und den Bürgern verantwortlich fühle.

Warum dann der Wechsel zur SPD?

Ich habe gemerkt, dass ich hier mehr Freunde habe, die mich ebenso verstehen, mit denen man dann aber eben auch mehr verändern kann. In der FDP waren wir mehr oder weniger zwei Einzelkämpfer. Die Verbundenheit wird aber bleiben.

Mit welchem Anspruch treten Sie an?

Als Parteiloser mit anderen was bewegen, und das auch in der Partei selbst.

Das heißt?

Mit der großen Umarmung Rot-Rot auf Landesebene beispielsweise bin ich nicht zufrieden.

Und wie sieht es auf kommunaler Ebene aus?

Hier ist so manches möglich, wenn man zusammen agiert. Es ist sicher nicht das beste Beispiel, aber an der Debatte um den jetzigen Bürgermeister hat sich die Opposition gefunden und zusammen getan. Gemeinsames Auftreten und Agieren an Positivem festmachen, das muss uns nun gelingen. Es geht ums Verändern und nicht um Macht.

Was würden Sie denn verändern?

Wenn alle Angst haben, dass Perleberg zum Altenheim wird, dann birgt das aber auch eine Chance, im gesellschaftlichen Miteinander Bereiche zu entwickeln, die zum einen Arbeit, zum anderen persönliches Engagement und nicht zuletzt sozialen Frieden in sich vereinen.

Wofür treten Sie an?

Ganz oben steht für mich Ehrlichkeit. Man kann unterschiedlicher Meinung sein, Fehler machen, aber man muss dazu dann auch stehen.

Was brennt Ihnen unter anderem unter den Nägeln?

Es gibt etliches. Beispielsweise was wir in Wittenberge gegen den Rechtsextremismus erlebt haben, ist mir zu wenig. Ich bin generell gegen Extremismus in der Prignitz und dazu gehört auch der Linksextremismus.

Hinsichtlich städtischer Vorhaben bin ich dafür, dass gemacht wird, was notwendig ist. Aber wir müssen uns keine Prestigeobjekte schaffen.

Woran machen Sie das fest?

Parkplatz am Tierpark. Wir benötigen einen ordentlich befestigten, nicht mehr und nicht weniger.

Unbedingt erhalten werden sollten die ehemaligen Kasernen. Die Silhouette gehört einfach zum Gesicht der Stadt, und die Gebäude selbst können nichts dafür, was sich in ihrem Innern mal abspielte.

Auch der Giebel neben der Feuerwehrwache sollte erhalten bleiben, ist er doch der älteste in der Franz-Grunick-Straße. Dass dort ein Parkplatz für die Feuerwehr entsteht, ist wichtig, den Giebel, und nur den, sollte man dennoch erhalten. Ebenso ist zu überlegen, ob wir nicht die Klappgasse wieder öffnen. Es sind doch gerade diese kleine Gassen, die das Flair kleiner historischer Städte ausmachen. Wir haben diese Gassen und machen sie einfach dicht aus Angst, sie könnten des nachts zur Pinkelgasse der Stadt werden. Abends ein metallenes kleines Tor davor und schon gibt es dieses Problem nicht.

Neue Stadtverordnetenversammlung, alte Differenzen und Dispute?

Entgegen anderer Meinungen, die Arbeit der Stadtverordnetenversammlung war trotz der Auseinandersetzungen mit dem Bürgermeister zu keiner Zeit gelähmt. Beschlüsse wurden diskutiert und gefasst. Fest steht auch, alles was gut gelaufen ist, ist vor allem ein Verdienst der Stadtvertretung und des Engagements der Bürger. Ich hoffe auf einen ehrlichen Neuanfang vor allem mit Blick auf die Wahl eines Bürgermeisters bzw. einer Bürgermeisterin.

Ich bin kein Mensch von Parolen oder Versprechen. Wenn ich diese letztlich nicht umsetze, nützen sie sowieso nichts. Ich will als Parteiloser was bewegen mit Unterstützung der SPD. Übrigens, diese Partei wurde in beiden Diktaturen kaputt gemacht, auch ein Grund, warum ich für die SPD antrete.

    Danke für das Gespräch

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