Ziel: Sitz in Perleberger Stadtvertretung : „Freie Wähler Perleberg“ gegründet

Was wird aus Perleberg nach einer möglichen Gebietsreform? Eine Initiative fordert, dass der Kreisstadtsitz erhalten bleibt.  Fotos: Birgit Hamann (2)
Was wird aus Perleberg nach einer möglichen Gebietsreform? Eine Initiative fordert, dass der Kreisstadtsitz erhalten bleibt. Fotos: Birgit Hamann (2)

Gruppe will Kreisstadtstatus für Perleberg erhalten und strebt Sitz in der künftigen Stadtverordnetenversammlung an

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13. August 2015, 12:00 Uhr

„Freie Wähler Perleberg“ – am 5. August haben sie sich in der Stadt gegründet. Doch wer sind sie? Was wollen sie? Redakteurin Doris Ritzka sprach mit Rainer Harms, der nach eigenen Angaben berechtigt ist, die Gruppe zu vertreten.

Von der Organisationsstruktur her, als was sieht die Gruppe sich?
Rainer Harms: Momentan sind wir ein Zusammenschluss von Gleichgesinnten, hervorgegangen aus der Bürgerinitiative gegen die Kreisgebietsreform. Am 2. September haben wir unsere nächste Sitzung, wo wir uns über eine Satzung und das weitere Prozedere verständigen wollen.

Es gibt die Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen/Freie Wähler (kurz: BVB/Freie Wähler). In ihr sind Wählergruppen und politische Vereinigungen zusammengeschlossen. Ob wir perspektivisch uns ihr anschließen oder eine kommunal agierende Gruppe bleiben, das alles soll beraten und geklärt werden. Eingeladen haben wir uns zu unserer Sitzung den Landesvorsitzenden BVB/Freie Wähler Peter Vida.

Wieviele Mitglieder zählt denn die Gruppe „Freie Wähler Perleberg“?
In der Facebook-Gruppe sind es rund 50 Mitglieder, an die 30 sind zu den ersten Treffen gekommen. So kann man von einem Kern von etwa 30 Mitglieder durchaus schon ausgehen.

Was sind ihre Ziele?
Priorität hat die Kreisgebietsreform. Wir haben das Gefühl, die Karten sind hier längst gelegt, es geht nur noch um die Frage, wer mit wem – Prignitz mit Ostprignitz-Ruppin oder Havelland. Die Kreisstadtfrage scheint hingegen nur eine untergeordneten Rolle zu spielen. Nicht für uns. Wir wollen für den Erhalt des Kreisstadtstatus für Perleberg kämpfen. Denn bricht die Verwaltung hier eines Tages weg, dann verlieren wir sehr viel mehr: Arbeitsplätze, Menschen, die hier leben, einkaufen, deren Kinder unsere Schulen besuchen, um nur einiges aufzuzählen. Und wer künftig dann von Lenzen in die Kreisverwaltung nach Rathenow vielleicht muss, der muss einen Urlaubstag nehmen, soweit ist dann der Weg. Bürgernähe bleibt da völlig auf der Strecke. Dass das nicht passiert, akzeptable Lösungen im Vorfeld gefunden werden, das wollen wir beizeiten anmahnen.

Perleberg hat eine Stadtvertretung. Augenscheinlich fühlen Sie sich von ihr nicht vertreten, oder?
Zumindest in etlichen Fragen nicht immer gut. Ich habe mehrere Stadtverordnetenversammlung besucht – Kreisgebietsreform ist maximal ein Thema am Rande, zumindest im öffentlichen Teil. Doch irgendwann ist sie da und für uns der Zug abgefahren. Derzeit hört man aber immer nur, man müsste, man sollte. Doch keiner tut es. Wir aber. Und frischer Wind tut der Stadtverordnetenversammlung auch gut.

Das heißt, die „Freien Wähler Perleberg“ wollen bei der nächsten Kommunalwahl ins Stadtparlament?
Genau da wollen wir hin. Unser Ziel ist es, ein bzw. zwei Kandidaten in die neue Stadtverordnetenversammlung zu bekommen. Zwei sind natürlich besser, da können wir eine eigene Fraktion bilden. Auch eine Kandidatur für den Kreistag ist nicht abwägig. Um das zu schaffen, muss man uns kennen. Und vier Jahre sind schnell vorbei.

Mehr in die Öffentlichkeit ist Ziel der Gruppe, aber wie?
Zumindest wollen wir erst einmal zeigen, dass es uns gibt. Wir wollen die Menschen wachrütteln, nachzudenken über das Thema Kreisgebietsreform. Und das werden wir auch optisch tun.

Wie?
Wir denken da an Aufsteller entlang der Bundes- und Landesstraßen, die durch die Stadt bzw. direkt an Perleberg vorbei führen.

Welche Themen sehen die „Freien Wähler“ außerdem?
Infrastruktur, die unseres Erachtens völlig unterschätzt wird, oder Bildung. Alle sind sie dafür, dass wir einen gut ausgebildeten Nachwuchs ins Leben schicken. Kaum ist die Rede von mehr Geld, um notwendige zusätzliche Lehrer einstellen zu können, da heben alle wieder die Hände und zeigen Verständnis für eine Situation, für die man kein Verständnis haben darf.

Danke für das Gespräch

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