Straßenfreigabe : Freie Straße und Adventsmarkt

Hoch auf dem Rücken von Pony Molli erkundet Rieke bei einem Proberitt die neue Roddaner Straße.
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Hoch auf dem Rücken von Pony Moni erkundet Klara bei einem Proberitt die neue Roddaner Straße.

Roddan freut sich über weniger Lärm und feiert beim Weihnachtsmarkt die Gemeinschaft und einen endlich verwirklichten Wunsch

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04. Dezember 2017, 12:00 Uhr

„Wir hatten schon vor Baubeginn festgelegt, dass die Straße zum 1. Advent fertig sein soll. Und der Termin wurde gehalten, was ja in Deutschland nicht mehr selbstverständlich ist“, freute sich Bürgermeister Hartmut Zippel mit Blick auf aus dem Ruder laufende Großprojekte. Gemeinsam mit Vertretern von Amt, Kreis, Kreisstraßenmeisterei und Baubetrieben sowie Abgeordneten wurde das rot-weiße Band unter dem Beifall vieler Bürger zerschnitten.

Eine kleine Verzögerung hatte es aber gegeben, die Bläser aus Glöwen hatten zunächst ihr Programm vorweihnachtlicher Melodien zur Eröffnung des Adventsmarktes gespielt und auch der Chor aus Legde stimmte seine Lieder an. Die Zeremonie musste so lange warten.

Aber das trugen Bürger wie Kommunalpolitiker mit großer Fassung. Angesichts der jahrzehntelangen Hängepartie um die Sanierung der Ortsdurchfahrt, die als schlechteste Straße zwischen Bad Wilsnack und Glöwen galt, fiel die Viertelstunde auch nicht ins Gewicht. Schon seit der Wende wurde in Roddan davon geträumt, das Kopfsteinpflaster durch Asphalt zu ersetzen. 1993 habe es bereits einen Anlauf gegeben, erinnerte die Beigeordnete der Kreisverwaltung, Sabine Kramer. Damals favorisierte aber die Mehrheit der Einwohner eine Umgehungsstraße, die nicht kam.

„Die alte Straße vermisst keiner, Stimmen, dass Kopfsteinpflaster zu einem Dorf gehört, hatten wir nicht“, sagte der Bürgermeister. Auch deshalb, weil der Verkehr sehr laut war, besonders wenn Lkw durch Roddan fuhren. Die neue Oberfläche dämpft den Krach wirksam.

Die lange Zeit des Überlegens und Planens hatte für die Bürger des Ortes aber auch einen positiven Effekt. Es entstand eine durchdachte und ausgereifte Lösung. Mit einer genügend breiten Straße, die von Mischflächen flankiert wird, die vor allem Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sind, aber keinen Gehweg darstellten. Deshalb musste der Landkreis bei der Mitfinanzierung nicht so tief in die Tasche greifen und die Bürger blieben verschont. Und ein Gehweg wäre den Roddanern nicht nur teuer zu stehen gekommen, die Straße wäre dann auch zu schmal geworden. So konnten sogar energiesparende Straßenleuchten ohne Zusatzaufwand installiert werden.

Die Baukosten betrugen 900 000 Euro. 90 Prozent übernahm das Land über das Kommunalinvestitionsfördergesetz, den Rest bezahlte der Landkreis. Die 750 Meter lange Ortsdurchfahrt wurde von Mai bis November unter Vollsperrung gebaut. Die alte Straße mit großen Schäden und ohne Entwässerung war vier bis fünf Meter breite die neue misst 5,60 Meter mit überfahrbarem Gehweg in Form einer Mischfläche. Parallel zu den Bauarbeiten wurden in Auftrag der Gemeinde zwei Buswartehäuschen erneuert sowie 17 Bäume als Ausgleich gepflanzt.

Zwei kleine Haken gibt es aber doch. Wer jetzt ohne zu poltern förmlich durch den Ort schwebt, der wünscht sich anschließend ähnliche Straßenverhältnisse in Richtung Glöwen und Legde. Mit diesem auch laut geäußerten Wunsch sprach der Bürgermeister den Einwohnern von Roddan und diversen Gästen sichtlich aus der Seele. Und noch leise wird angesichts der gerade einwöchigen Nutzung über das zweite Problem gesprochen: Einige Autofahrer nutzen die tolle Straße nun zum Rasen.

Dennoch schmeckten Glühwein, Bratwurst, Stolle und Kuchen an diesem Tag den Roddanern besonders gut. Denn der Adventsmarkt wurde zugleich zu einer kleinen Bürgerfeier der erneuerten Straße, zu dem der Großteil der knapp 100 Einwohner kam.

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