Discounter in Pritzwalk : Freie Bahn für Rewe, Aldi, Edeka

Zwischen Promenade und Bergstraße gibt es schon seit Jahrzehnten ein Einkaufs-Standort. Jetzt soll er neu angelegt und belebt werden. Das Areal befindet sich unweit des Magazinplatzes, also nah am Stadtkern.  Repro: thob
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Zwischen Promenade und Bergstraße gibt es schon seit Jahrzehnten ein Einkaufs-Standort. Jetzt soll er neu angelegt und belebt werden. Das Areal befindet sich unweit des Magazinplatzes, also nah am Stadtkern. Repro: thob

Stadtparlament mehrheitlich für Discounter-Pläne / Ein Abgeordneter warnt vor Überangebot und möglichem Konkurrenzdruck

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01. März 2016, 05:00 Uhr

Schwimmhalle oder Rewe-Markt? Diese Frage stand eigentlich nur am Rande einiger Diskussionen mal im Raum. Doch nicht nur die Investitionskosten, auch die Unterhaltung für ein Hallenbad würden den kommunalen Haushalt wohl überfordern, meinte Hartmut Winkelmann auf der jüngsten Sitzung des Pritzwalker Stadtparlaments.

Das Angebot eines Investors, einen der letzten Schandflecken im Ort zu beseitigen, diesen Bereich innenstadtnah komplett neu zu bebauen und zu gestalten, könne man nicht ausschlagen, so Winkelmann.

Christa Pfeifer von der Fraktion der Freien Wähler fügte an, dass nach einer Umfrage die meisten Innenstadthändler die Ansiedlung eines Rewe-Marktes begrüßen. Auch Marlies Ferner (SPD) machte deutlich, dass das vorliegende Konzept eine einmalige Gelegenheit sei, den Bereich an der ehemaligen „Jugendmode“ neu zu entwickeln.

Einzig Rüdiger Kurtz (SPD) warnte vor dem Vorhaben: Es gebe genug Einkaufsmärkte, immerhin neun Discounter zähle die Dömnitzstadt. Außerdem würde dies die Konkurrenz zu anderen Märkten erhöhen. Bürgermeister Wolfgang Brockmann machte hingegen deutlich, dass sich die Kommune nicht in Geschäftsvorhaben einmischen könne, Unternehmer ihre Geschäfte eigenverantwortlich führen und auch mit Wettbewerb zu recht kommen müssten.

Auch den Neubau und die Erweiterung des Aldi-Marktes und des Edeka-Marktes in Pritzwalk-Nord lehnte Kurtz ab. Zwar hätte der Inhaber des Edeka-Marktes erklärt, dass die Verkaufsfläche viel zu klein sei, Produkte nicht mehr adäquat präsentiert werden und bestimmte Sortimente gar nicht angeboten werden können. Dies sehe er aber anders. „Die Größe der Märkte ist ausreichend. Wenn wir mehr Konkurrenz in die Stadt holen, geht womöglich noch einer pleite und wir haben wieder Leerstand einer Immobilie“, so Kurtz.

Allerdings war Rüdiger Kurtz in der Stadtverordnetenversammlung vergangene Woche mit seinen Bedenken recht allein auf weiter Flur und fand auch in der Diskussion keine Unterstützer. Die Stadtverordneten beschlossen, die entsprechenden Projekte mit Planungen und Durchführung positiv zu begleiten und entschieden mehrheitlich – mit einer Gegenstimme – zugunsten der avisierten Bauvorhaben.  

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