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Der Prignitzer

24. Oktober 2017 | 02:12 Uhr

Frauenchor Lanz/Lenzen gibt auf

vom

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erstellt am 29.Dez.2011 | 08:02 Uhr

Lanz | Der letzte Ton ist gesungen. Die Damen klappen ihre Notenmappen zu. Nun ist es wirklich aus und vorbei. Der Frauenchor Lanz/Lenzen hat seinen letzten Auftritt absolviert. Dankbare Zuhörer waren die Rentner der Seniorenweihnachtsfeier aus Lanz. "Alle Jahre haben wir hier gesungen. Nun gibt es uns nicht mehr", sagt Ilse Peukert und meint den Verein, der zum 31. Dezember 2011 aus dem Vereinsregister getilgt ist. Sie ist die Vorsitzende, hat das offizielle Schreiben mit dem Aus für den Verein zu Hause liegen. Ilse Peukert und Karin Prepens, sie ist auch seit über 40 Jahren im Verein und für die Finanzen zuständig, sprechen von der Vereinsauflösung als sei es Normalität. Wie es in ihrem Innern aussieht, weiß man nicht.

Der 9. September 1969 ist das Gründungsdatum des Chores. Das war vor 42 Jahren. "Unsere Stimmen sind mit uns gealtert", sagt Ilse Peukert auf die Frage nach dem Warum. Es gibt aber noch einen weiteren, gewichtigen Grund, den Chorverein aufzulösen: das Geld.

Als die Sängerinnen sich auf die Suche nach einer neuen Dirigentin oder einem neuen Dirigent machen mussten, wurden sie nur in Berlin fündig. "Eine hochqualifizierte Frau, keine Frage. Aber wir können sie uns nicht leisten, der Verein ist nicht wohlhabend genug", erklärt Karin Prepens. Beitragserhöhungen waren auch kein Weg. Es gab Austritte.

Letztlich sei nur der Schritt geblieben, den Chor aufzulösen. Bleiben werden den Mitgliedern die Erinnerungen an die vielen Auftritte vor allen in Wischeorten, mit denen sie über Jahrzehnte Freude bereiteten. Und es bleiben die Erinnerungen an die Freude, die die Sängerinnen selbst bei ihren Engagements erlebten.

Als der Chor sich gründete, stand die starke Lanzer Genossenschaft "Friedrich Ludwig Jahn" hinter ihm. Geld sei nicht das Problem gewesen, erinnert sich Ilse Peukert. Sie erzählt: "Wir waren Gemeindeensemble, hatten gemeinsame Auftritte mit den "Löcknitztaler Musikanten". An eine Reise nach Bulgarien erinnern sich Peukert und Prepens. "Wir haben bei Kerzenlicht gesungen und gespielt. Das war wunderschön." Der Wort Wunderschön ist auch im Zusammenhang mit einer dreitägigen Paris-Reise angebracht, die der Chor sich dank Unterstützung 2001 noch leisten konnte. In wenigen Tagen wird der Verein offiziell nicht mehr existieren. Trotzdem geht die Geschichte nicht ganz hoffnungslos zu Ende. Denn: "Einige von uns werden weiter singen. Nicht als Chor und schon gar nicht bei all die vielen Veranstaltungen wie bisher", sagen Peukert und Prepens. Aber sie werden da sein, beispielsweise wenn der Lanzer Bürgermeister seinen runden Geburtstag feiert, wenn sie im "Lebenskreis" in Lenzen benötigt werden.

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