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Winterliche Prignitz seit fünf jahren ein Anziehungspunkt : Frauen erobern die Lenzener Burg

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gar nicht so ruhig ist die Zeit zwischen Weihnachten und dem neuen Jahr, wenn die kreative Weiblichkeit in die Prignitz kommt.

von
erstellt am 01.Jan.2015 | 22:00 Uhr

Frauen haben die Burg Lenzen in ihre Gewalt gebracht – und das nun schon zum fünften Mal in Folge zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel. Die Damen kommen in friedlicher Absicht. Sie malen. Sie singen. Sie atmen. Bei Malen und singen denkt man sofort an Hobby, Entspannung, auch Selbstfindung. Aber atmen? Das ist doch etwas ganz Normales. Ja. Aber nicht nur. „Atem stärkt die gesunden Kräfte in uns“, sagt Gertrud Rohloff-Heckert. Die Frau muss es wissen, schließlich ist sie Atempädagogin und -therapeutin.

Gertrud Rohloff-Heckert, die Berliner Grafikerin und Kunsttherapeutin Renate Beck sowie die Schweizer Sopranistin Franziska Welti sind Kursleiterinnen für ihr jeweiliges Fachgebiet. 49 Damen aus vielen Teilen Deutschlands und auch Schweizerinnen haben sich am 27. Dezember für eine Woche im Burghotel Lenzen eingemietet. Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel ist ihre Zeit, kreativ zu sein.

Dass Evelyn Bader, die, wie sie sagt, seit 30 Jahren Reisen für Frauen mit Weltblick organisiert, auf die Burg Lenzen in der Prignitz aufmerksam wurde, hat auch etwas mit Zufall zu tun. Bader und Rohloff-Heckert haben gemeinsam studiert. Die Atemtherapeutin ist in Mödlich ansässig. Sie hat von Lenzen, dem Hotel, der Burg und von der herrlichen stillen und weiten Landschaft hier erzählt.

Bader wurde aufmerksam, organisierte die erste Reise. „Ich bin begeistert. Alles passt hier“, sagt Bader, die mit ihren „WomenFairTravel“-Reisen in der weiten Welt zwischen Lappland und Sansibar unterwegs ist. Nun wird seit einigen Jahren auch die Elbregion bei Lenzen erobert. Und mit welchen Erfolg? „Mit großer Resonanz“, sagt Bader und erzählt von Wartelisten, weil nicht alle, die es sich wünschen, mit kommen konnten zu den Kreativ-Workshops an der Elbe.

Mit dabei ist in diesem Jahr die Berliner Lehrerin Susanne Ronge. „Ich hatte von einer Bekannten über dieses Angebot Gutes gehört und mich dann entschlossen, es selbst einmal auszuprobieren“, sagt die junge Frau und fügt an: „Meine Erwartungen sind übertroffen worden.“ Sie könne in dieser Woche an der winterlichen Elbe wunderbar entspannen. Dann erzählt Susanne Ronge, dass sie auch in Berlin male. Hier komme sie aber mit mehr Ruhe dazu. Außerdem sei die Kursleiterin sehr kompetent. Während der Malkurs die alte Gärtnerei im Burgpark zum Atelier umfunktioniert hat und im Teehaus nebenan für Körper und Geist richtig geatmet wird, ist Franziska Welti oben im großen Saal unter dem Burgdach anzutreffen. Weder die Mitgliedschaft in einem Chor oder gar eine Gesangsausbildung müsse mitbringen, wer sich für das Singen in der Gruppe entscheidet. „Natürlich ist es gut, wenn man die Töne trifft“, fügt die Sängerin schmunzelnd an. Aber damit scheinen die Kursteilnehmerinnen keine Schwierigkeiten zu haben. Und sie haben vor allem Lust auf das gemeinsame Singen. Jeweils vormittags und nachmittags wird für zwei Stunden geprobt. Es bleibt also auch noch genügend Zeit für ausgedehnte Spaziergänge bis an die Elbe, bei denen die Frauen, wie sie sagen, in der Weite und der Stille hier die Seele baumeln lassen.

Ganz dem Selbstzweck haben die intensiven Probestunden seit dem letzten Montag nicht gedient. Am Neujahrstag luden die Damen zu einem Konzert in die Kirche nach Mödlich ein. Zu hören waren Lieder der verschiedensten Kulturen, vom Winter, von Liebe und Freude.

 

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