Frau stirbt bei einem Hausbrand

<strong>Vergeblich versuchten die Männer  </strong> ins Haus zu gelangen, um die Frau zu retten. Feuer und Einsturzgefahr machten das aber zu riskant.<foto>Thomas Schulz</foto>
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Vergeblich versuchten die Männer ins Haus zu gelangen, um die Frau zu retten. Feuer und Einsturzgefahr machten das aber zu riskant.Thomas Schulz

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14. Januar 2013, 08:11 Uhr

Karthan/Bad Wilsnack | Tragödie im kleinen Ort Karthan bei Bad Wilsnack: Bei einem Hausbrand verlor gestern eine Frau ihr Leben. Besonders traurig: Sie befand sich bereits in Sicherheit außerhalb ihres Hauses, lief aber dann nach Augenzeugenberichten wieder hinein. Mehrfach versuchten Feuerwehrleute, sie zu finden und zu retten, aber es gelang ihnen nicht. Aufgrund des Feuers und der zwischenzeitlich bestehenden Einsturzgefahr mussten sie ihre Versuche aufgeben. Erst am Nachmittag wurde die Frau tot in der Küche gefunden.

Gegen 8.20 Uhr habe die 74-jährige Frau um Hilfe geschrien, dass es bei ihr brennt. Anwohner riefen die Feuerwehr. Zeitgleich muss die Rentnerin zurück in ihr Haus geeilt sein. Als die Einsatzkräfte ankommen, steht das Haus bereits voll in Flammen. Weitere Wehren werden alarmiert. Über 60 Einsatzleute von sechs verschiedenen Wehren versuchen, das Feuer zu löschen.

Doch auch sie können nicht verhindern, dass das Haus bis auf die Grundmauern abbrennt. Deckenteile stürzen ein. Ein Betreten des Gebäudes wäre für die Kameraden lebensgefährlich. Um nach den Löscharbeiten überhaupt möglichst gefahrlos in die Brandruine zu kommen, mussten die Einsatzkräfte mit Hilfe der Drehleiter mehrere Stricke an den Schornstein binden, um ihn abzureißen. Schließlich entdeckten sie die 74-Jährige in der Küche des Hauses.

Auch fünf Stunden nach dem Ausbruch des Feuers sind noch immer annähernd 20 Feuerwehrmänner vor Ort. Die Kriminalpolizei wartet auf ihren Einsatz. Dicker weißer Qualm steigt aus den Mauern des Wohnhauses. Vom Dachstuhl ragen nur noch einige verkohlte Balken in die Höhe. Immer wieder versuchen Feuerwehrkräfte mit Schutzanzug und Sauerstoffmasken ausgestattet, weiter in die Ruine vorzudringen und die Frau zu bergen. Doch noch ist der Qualm zu dicht und erschwert die Arbeit.

Der Mann, der die Feuerwehr gerufen hatte, zeigt bestürzt auf die Stelle, wo er seine Nachbarin zuletzt gesehen hat: "Sie stand im Nachthemd in ihrer Garage und rief, ich soll die Feuerwehr anrufen, da ihr Telefon nicht ginge", erzählt er. Gleich darauf hätte er die 112 alarmiert. Als er zurück kam, war die Frau jedoch wieder in ihr Haus gelaufen.

"Ich kann nicht verstehen, warum sie nochmal zurück gegangen ist. Das Feuer schlug bereits aus den Fenstern. Ich konnte sie nicht mehr retten", bedauert der Nachbar. Die 74-Jährige lebte alleine in dem Haus, war früher Musiklehrerin und noch topfit, so der Mann.

Bis zum späten Nachmittag konnte die Kriminalpolizei Perleberg und Neuruppin die Brandursache nicht feststellen. Mit Unterstützung der Feuerwehren machten sie Fotos vom Einsatzort. Auch warum die Frau zurück in ihr Haus lief, konnte nicht geklärt werden. Die Polizei schätzt den Schaden auf 60 000 Euro.

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