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Fischschau in der Stepenitz : Fotoshooting für Lachs und Forelle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Unterwasserkamera zählt Fische, die den Aufstieg über den Fischpass nehmen und liefert zusätzliche Angaben über Rückkehrer

von
erstellt am 27.Okt.2016 | 12:00 Uhr

Steffen Zahn vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam/Sacrow zwängt sich in den schützenden Neoprenanzug. Wenig später reicht ihm das Wasser der etwa neun Grad kalten Stepenitz bis zum Bauch. Am Fischaufstieg an der alten Stadtmühle installiert er die Aufnahmetechnik. Die Kamera ist bereits unter Wasser. Sie liefert seit 2014 Bilder von Lachs und Meerforelle, die diesen Fischaufstieg nehmen. Es ist derzeit der einzige Fischpass in Perleberg, erläutert Steffen Zahn. Weitere sind ins Auge gefasst, eine entsprechende Machbarkeitsstudie des Landesumweltamtes zur Verbesserung der Durchgängigkeit im Stadtbereich sei in Arbeit.

Kabel werden gestöpselt, die Verbindung zum Rechner ist hergestellt. Eine Lachsattrappe aus Plaste zeigt: Die Technik ist startklar. Sie wird nun alles, was sich in ihrem Fokus bewegt, festhalten bis die Aufstiegssaison der Fische vorbei ist. Dann werden die Bilder manuell im Institut ausgewertet. „In der ersten Saison konnten wir so rund 50 Meerforellen und an die sieben Lachse zusätzlich zu den gefangenen, die per Transporter diesen Aufstieg nehmen und dann wieder freigelassen werden, registrieren. In der zweiten waren es zwischen 60 und 70 Meerforellen und rund 17 Lachse“, überschlägt Steffen Zahn. Die Fische, die hier den Aufstieg nehmen, sind bereits so groß, dass die Kamera unterscheiden kann, was sie vor die Linse bekommt. „Für uns ist es wichtig zu wissen, wie viele Lachse und Forellen insgesamt in dem System aufsteigen. Durch die Kamera erhalten wir verlässliche Angaben darüber“, betont Zahn.

Warum aber diese Differenz zwischen den Rückkehrern? Meerforellen wandern nicht weit, sie halten sich im kontinentalen Bereich auf. „Und die Meerforellen suchen stärker, um letztlich den Weg zurück zu finden, dorthin, wo einst ihre Kinderstube war“, so Zahn.

Lachse zieht es hingegen bis nach Island und Grönland und damit lauert auch ein größeres Gefahrenpotential auf sie. Auch mit den Bedingungen an der Elbe habe der Lachs so seine Probleme, insbesondere mit dem sogenannten Sauerstoffloch in Hamburg. Nährstoffe und Sedimente, die sich dort ablagern, entziehen dem Wasser den Sauerstoff. Der Lachs sei anspruchsvoll, was den Sauerstoff betreffe. Wird er knapp, bleibt er stehen. Die Meerforelle hingegen sucht. Beobachtet habe man seit 15 Jahren zudem, dass der Lachsaufstieg abhängig ist vom Abfluss der Elbe. Geringer Abfluss, weniger Lachs.

Bis Jahresende wird die Kamera am Fischpass an der Stadtmühle nun Bilder und damit weitere Aussagen liefern, wieviele Rückkehrer in dieser Saison angekommen sind.

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