Förderverein steht am Scheideweg

<fettakgl>Baulich vollendet wurde</fettakgl> das Kirchturmspitzenprojekt am 12. Oktober 2012.  Rund zehn Jahre hatte sich der Förderverein dafür engagiert. <foto>Felix Alex</foto>
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Baulich vollendet wurde das Kirchturmspitzenprojekt am 12. Oktober 2012. Rund zehn Jahre hatte sich der Förderverein dafür engagiert. Felix Alex

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08. Januar 2013, 10:04 Uhr

Gross Lüben | Die Spitze thront auf dem Groß Lübener Kirchturm, die Dokumentation zum Projekt ist fertig, der rührige Förderverein unter Leitung von Bernhard Behrens hat sein Satzungsziel erreicht. Seit zehn Jahren gibt es ihn. Wird er sich nun im März zur turnusmäßigen Mitgliederversammlung auflösen? "Das muss nicht zwangsläufig sein. Man könnte auch mit einer neuen Idee, einem neuen Satzungsziel und einem neuen Vorstand weitermachen", sagte Behrens jetzt in einem Gespräch mit dem "Prignitzer".

Der Vereinsvorsitzende ist ein Mann, der nach vorn schaut, weiß, dass man in Groß Lüben durchaus noch eine Menge bewegen und verändern kann. Bedarf hat - nicht nur seiner Meinung nach - das Dorfgemeinschaftshaus. Bereits 2010 wurde der Umbau projektiert. Die Kosten beliefen sich nach damaliger Schätzung auf rund 35 000 Euro. Im Unterschied zu den räumlichen Möglichkeiten der Kirche - speziell der Winterkirche - könnte man hier Kleinkunst auf einer kleinen Bühne etablieren. "Wir würden uns mit derartigen Aktivitäten und Ideen keinesfalls als Konkurrenz zur Kirche sehen", unterstreicht Behrens. Profitieren würden - neben dem kulturellen Leben in Groß Lüben - auch die freiwillige Feuerwehr und der Reitverein, die das Gebäude ebenfalls mit nutzen. "Den Verein eingehen zu lassen, ist auf jeden Fall die schlechtere Alternative. Besser wäre, ihn umzuwidmen, beispielsweise für die Kulturförderung im Dorf", macht Behrens deutlich.

Aktivitäten sind auch nach wie vor für die neue Kirchturmspitze nötig, die am 12. Oktober vergangenen Jahres aufgesetzt wurde. "Sie ist noch nicht ganz bezahlt", merkt Bernhard Behrens an. Die nächste Benefizveranstaltung folgt bereits am 17. Januar: Die evangelische Kirchengemeinde und der Förderverein laden um 19.30 Uhr herzlich zu einem Abend mit Bildern und Texten bei Wasser und Wein in die beheizte Winterkirche ein. Bernhard Behrens zeigt digital aufbereitete Dias und Filmschnipsel, die er im Südwesten der USA vor Zeiten des Handy und Internets aufgenommen hat, zu Reiseeindrücken der 2011 verstorbenen Schriftstellerin Christa Wolf, die sich dort 1992/93 eine Zeit lang auf Einladung des Getty Centers in Santa Monica aufhielt. Die "Stadt der Engel" , Los Angeles, war dereinst beiden Basis für ihre Unternehmungen und Ausflüge, und Christa Wolf hat ihr 2010 erschienenes Buch, in dem sie ihren USA-Aufenthalt verarbeitet, nach dem Synonym dieser Stadt betitelt. Um die sehenswerte Turmspitze geht es auch in einer Veranstaltung am 13. April. An diesem Tag findet der Dankgottesdienst für das Projekt statt und es soll in geselligem Rahmen der Fotowettbewerb ausgewertet werden, zu dem der Förderverein aufruft (siehe Infokasten). Den Veranstaltungsreigen der kommenden Wochen komplettiert die erneute Teilnahme Groß Lübens an der brandenburgischen Ökofilmtour. Am Abend des 14. Februar läuft in der Winterkirche der Streifen "Die Spur der Teiglinge - Billige Brötchen". Förderverein und Kirchengemeinde werden dazu auch wieder einen kompetenten Diskussionspartner aus der Region einladen, verspricht Bernhard Behrens.

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