Förderschulen in Wittenberge : Förderschulen sehr gefragt

Die Albert-Schweitzer-Schule steht vor wachsenden Aufgaben, weiß Leiterin Ellen Winterfeld.
Die Albert-Schweitzer-Schule steht vor wachsenden Aufgaben, weiß Leiterin Ellen Winterfeld.

Beide Einrichtungen in Wittenberge haben die Kapazitätsgrenzen erreicht / Kreis als Träger will handeln

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23. Januar 2018, 12:00 Uhr

Beide Förderschulen in Wittenberge müssen in den nächsten Jahren erweitert werden. „Angesichts des steigenden Bedarfs reichen an den zwei Bildungsstätten die Kapazitäten nicht mehr aus“, sagte Simone Döring, Sachbereichsleiterin Schulverwaltung, Kultur und Sport bei der Kreisverwaltung. Der Landkreis ist Träger der beiden Schulen.

In den Einrichtungen Perleberg, Pritzwalk und Hoppenrade gebe es hingegen noch freie Plätze. Auch die Fortführung Integrativer Schul- und Unterrichtskonzepte wird nach Einschätzung der Kreisverwaltung nichts an der Prognose ändern. Die Zahl der Förderanmeldungen für Kinder in verschiedenen Lernstufen durch die sozialpädagogischen Beratungsstellen steige, die Erweiterungen seien dringend erforderlich. An der Albert-Schweitzer-Schule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung sei der Druck noch größer als in der Förderschule Hartwigstraße mit dem Schwerpunkt Lernen. In der Schweitzer-Schule war bereits im November 2017 ein Anbau übergeben worden (wir berichteten). 425 000 Euro investierte der Kreis in die Maßnahme. „Ohne die neuen Räume hätten wir gar nicht gewusst, wie wir mit Beginn des Schuljahres hätten arbeiten sollen“, sagte Ellen Winterfeld, Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule, damals bei der Eröffnung des Anbaus. Genutzt werden die Räume vorwiegend von Schülern der Berufsbildungsstufe, die hier noch einmal gezielte Förderung in Vorbereitung auf das Schulende erhalten. Eine Erweiterung der Platzzahlen innerhalb der vorhandenen Bausubstanz schließt die Kreisverwaltung aus.

Wie genau die Kapazitätserweiterung erfolgen soll, wird noch diskutiert, derzeit stehen verschiedene Ideen im Raum. Für die Schweitzer-Förderschule werde daher bereits mit der Stadtverwaltung Wittenberge über einen Flächenerwerb gesprochen, erläuterte Simone Döring. Sie hofft, noch 2018 die Planungen und Vorarbeiten für die Erweiterung abzuschließen. „Dabei handelt es sich um eine Sporthalle. Derzeit begeben sich unsere Schüler in drei Hallen in der Stadt. Das ist im Alltag schon eine Herausforderung“, schildert Ellen Winterfeld die Lage.

Die Nachfrage nach Plätzen sei groß, das Einzugsgebiet der Einrichtung in der Prof.-Hilgenfeldt-Straße 19 a umfasst die Region Lenzen, Bad Wilsnack, Glöwen, Karstädt oder auch Perleberg. Deswegen hieß es bisher: Zusammenrücken. „Unser einstiger Turnraum ist jetzt ein Klassenzimmer“, so Ellen Winterfeld. Die Schweitzer-Förderschule besuchen derzeit 77 Kinder, in der Hartwigstraße sind es 80. Möglichst rasch sollen auch dort Vorarbeiten für eine Erweiterung anlaufen. Beide Bildungsstätten sollen um ein Fachkabinett und zwei bis drei Klassenräume vergrößert werden, so dass die Kapazität auf jeweils etwa 100 Plätze steigen würde.

Bei der Finanzierung hofft die Kreisverwaltung als Schulträgerin auf die 4,6 Millionen Euro, die der Prignitz aus dem jüngsten Schul-Förderprogramm des Bundes zustehen. Im Land gebe es derzeit kein passendes Programm, in Brandenburg werden integrative Schulkonzepte gefördert.

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