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Der Prignitzer

22. November 2017 | 03:06 Uhr

Flughafen wirbt nun mit Willy Brandt

vom

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2012 | 11:56 Uhr

Schönefeld | Mit dem Namen Willy Brandts buhlen die Betreiber zwei Monate vor der Eröffnung des Hauptstadtflughafens bundesweit um Aufmerksamkeit. Unter der Überschrift "Willy Brandt begrüßt die Welt" starteten sie gestern eine Kampagne mit Anzeigen, Plakaten, Fernseh- und Kinowerbefilmen. Sie zeigt den 1992 gestorbenen Friedensnobelpreisträger und früheren Bundeskanzler auf Ausrissen historischer Aufnahmen vor dem Neubau.

Der Flughafen ist nach Brandt benannt, in der bisherigen Kampagne spielt der Name aber kaum eine Rolle. Flughafenchef Rainer Schwarz bezifferte die Werbekosten bis zur Eröffnung am 3. Juni auf etwa eine Million Euro. Er kündigte außerdem an, dass zur offiziellen Eröffnungsfeier am 24. Mai neben 10 000 geladenen Gästen auch 30 000 Berliner und Brandenburger kommen dürfen. Schon am 12. und 13. Mai wird in Schönefeld zu Publikumstagen "Rund ums Terminal" geladen.

Der Werbefilm zeigt Szenen aus Brandts politischem Leben wie den Kniefall von Warschau sowie den Bau und den Fall der Mauer. Am Ende steht der neue Flughafen, dessen Planung Brandt nicht mehr erlebte. Dennoch ertönt ein Originalzitat, in dem Brandt von einem "Wagnis, das sich lohnt" spricht. Am Flughafen wird es einen Willy-Brandt-Platz geben. Der Name des 1913 in Lübeck geborenen SPD-Politikers steht über dem Eingang zum Abfertigungsgebäude, in dem es auch eine kleine Ausstellung über den Politiker geben wird. Das sei einzigartig, sagte Wolfram Hoppenstedt, der Chef der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. Im internationalen Flughafen-Logo mit der Kennung BER taucht Brandt nicht auf. Brandt sei als früherer Regierender Bürgermeister von Berlin sein politisches Vorbild, sagte sein Nachfolger Klaus Wowereit (SPD).

Im Streit um den Lärmschutz stärkte Wowereit der Geschäftsführung den Rücken. Der Flughafen will erreichen, dass in Wohnräumen ein maximaler Lärmpegel von 55 Dezibel sechsmal am Tag überschritten werden darf. Die Betreiber halten den Planfeststellungsbeschluss in diesem Punkt für unklar und wollen eine Klärung.

Die Berliner Taxiverbände kritisierten gestern, dass für Fahrgäste am Flughafen ein Zuschlag von 1,50 Euro fällig werden soll. Er fließt unter anderem in die Ordnung des Taxiverkehrs am Terminal, die etwa die Wartezeit verkürzen soll. Die Verbände warfen jedoch dem Dienstleister Apoca Autoparking GmbH und der Flughafengesellschaft vor, sich an den Taxi-Kunden bereichern zu wollen. Die Taxifahrer wollen die Gebühr notfalls mit einem Boykott und Klagen verhindern. Bei dem neuen System brauchen die Taxen auch nicht mehr mit laufendem Motor in einer Schlange vorrücken. Sie können in Aufenthaltsräumen warten, bis ihre nächste Fahrt aufgerufen wird.

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