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Der Prignitzer

18. Dezember 2017 | 10:09 Uhr

Flüchtiger rammt Polizeiwagen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2012 | 05:41 Uhr

Grabow / Prignitz | Die Polizei aus der Prignitz und aus Mecklenburg-Vorpommern fahndet nach einem 23-Jährigen. Mit Waffengewalt habe er sich am Freitagabend einer Polizeistreife widersetzt. Seitdem ist er auf der Flucht. Ein Großaufgebot an Polizei suchte gestern auch in der Prignitz nach ihm. Die Polizeidirektion in Neuruppin bestätigte, dass er sich möglicherweise in der Prignitz versteckt halte. An der Suche seien auch ein Hubschrauber und Suchhunde beteiligt.

Bis zum Einbrechen der Dunkelheit konnte die Polizei keinen Erfolg vermelden. Gegen 16.30 Uhr wurde der Mann noch immer in der Prignitz vermutet. Trotz der Dunkelheit ging die Suche auch von einem Hubschrauber aus weiter, bestätigte die Neuruppiner Pressestelle.

Laut Polizeiangaben handelt es sich um einen namentlich bekannten Grabower, der erst vor einem halben Jahr aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. Gestern früh gegen 4 Uhr eskalierte die Flucht: Der Mann wurde in der Nähe seiner Wohnung erneut von einer Polizeistreife gestellt. Um mit einem offensichtlich Stunden zuvor von ihm gestohlenen Lkw aus einer Einfahrt in der Grabower Straße "Binnung" zu entkommen, rammte er sich den Fluchtweg mit mehreren Anläufen frei. Zurück blieben eine unter Schock stehende Polizistin, ein möglicherweise abrissreifes, zweigeschossiges Wohnhaus, ein erheblich demolierter Streifenwagen und zwei ebenfalls stark deformierte geparkte Autos.

Die Kriminalpolizei, Telefon: 0 38 74 /41 10, hofft auch auf Hinweise aus der Bevölkerung zu dem vom Grabower Gelände des Wasser- und Schiffahrtsamtes gestohlenen blauen Lkw, Typ MAN, mit dem amtlichen Kennzeichen: BW 7-684. Die Ermittler halten es zudem für möglich, dass der Gesuchte mit einer zweiten Person auf der Flucht sein könnte.

Die 51-jährige Eigentümerin des im Jahre 1928 erbauten Wohnhauses stand auch gestern Mittag noch unter Schock. Von ihrem Schlafzimmer aus kann sie seit gestern früh durch einen handdicken Spalt direkt auf die Straße blicken. Betreten darf sie das Zimmer nicht mehr. Wie es weitergehen soll, dass wissen die Frau, ihre Söhne und Schwiegertochter nicht. Die Straße direkt vor dem eingedrückten Haus ist weiträumig abgesperrt. Glücklicherweise wohnt die 51-Jährige allein in dem Haus, ein Sohn und dessen Frau in einem Nebengebäude. "Ich konnte in der Nacht kaum schlafen; zum Glück", gewinnt die Eigentümerin der Dramatik immer noch aufgeregt etwas Positives ab.

Mehrmals sei sie aufgestanden und habe sich in der Stube auf einer Couch niedergelassen. Dort habe sie auch halbschlafend gesessen, als ein ohrenbetäubender Knall sie bis ins Mark aufschreckte. Erst als sie aus dem Haus auf die Straße nach dem Rechten schauen wollte, erkannte sie die chaotische Situation vor ihrem Haus und flüchtete zurück in ihre eigenen vier Wände, bis die Polizei und ihr Sohn klopften.

Unterdessen hält sich die Polizei mit Einzelheiten zurück. Weder nennt sie Orte noch Straßen, die gezielt kontrolliert werden. Der Täter solle schließlich nicht vorgewarnt werden.

Die Chronologie der Ereignisse: Eine aufmerksame Frau in der Grabower Barca-Straße alarmierte bereits Freitagabend die Polizei, weil sich dort offensichtlich ein Mann an einem Auto zu schaffen machte. Die angerückte Streifenwagenbesatzung traf dort den 23-jährigen Flüchtigen an und wollte ihn überprüfen. Der zog plötzlich eine Pistole, bedrohte die Streife und entkam bis gestern gegen 4 Uhr. Dann wurde er erneut von einer Streifenwagenbesatzung, diesmal unmittelbar an dem gestohlenen Lkw in der Einfahrt zur "Binnung"-Straße erkannt. Um die neuerliche Flucht zu verhindern, versperrten die Beamten die Zufahrt mit dem Streifenwagen. Der Zugriff auf den Gesuchten kam erst gar nicht zustande. Der Gestellte spurtete zum Führerhaus, startete den Lkw und rammte sich mit mehren Anläufen rücksichtslos den Weg auf die Straße frei.

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