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Täter geschnappt : Flucht der Vandalen misslingt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Diebe klauen vom Kitagelände in der Sandfurttrift ein Spielgerät.

von
erstellt am 26.Jun.2014 | 08:00 Uhr

Der Mittwochabend verlief für die Beteiligten anders, als erwartet: Unser „Prignitzer“-Redaktionsleiter Hanno Taufenbach freute sich auf seine Joggingrunde, drei junge mutmaßliche Vandalen hofften, unentdeckt zu entwischen. Es kam anders.

Es sah nach Regen aus, deshalb kam die Laufstrecke an der Elbe nicht in Frage. Unser Kollege entschied sich für den Wittenberger Stadtwald zwischen Sandfurttrift und Parkstraße. Gegen 19 Uhr ist es hier gewöhnlich sehr ruhig, Vögel zwitschern, ein Specht klopft irgendwo hoch oben an einem Stamm. Doch an diesem Abend hört Taufenbach mehrfach einen monotonen Knall. Als ob jemand mit einem Ast oder mit einer Eisenstange auf einen Gegenstand schlägt. „Meine Laufrunde führt ziemlich nah an dem Grundstück der Kita ,Märchenland’ vorbei, ich hörte auch Stimmen, aber es war nichts zu sehen.“

Zwei Runden später änderte sich das schlagartig: Direkt auf dem schmalen Pfad lag ein großer Plastekegel. „Beinahe wäre ich darüber gestolpert. Im selben Augenblick sah ich etwa zehn Meter entfernt drei Gestalten weglaufen“, so Taufenbach.

Spätestens jetzt war klar, hier stimmt etwas nicht. Hanno Taufenbach lief den Gestalten hinterher, aber die reagierten und ergriffen die Flucht. Im Zickzack rannten sie durch den Stadtwald, versuchten im Dickicht zu entkommen. Fast wäre es ihnen gelungen, denn mit nackten Beinen und Armen war unser Kollege zwischen den dichten Sträuchern und Brennnesseln nicht so schnell.

Nebenbei wählte er bereits die Nummer der Polizei in Perleberg. „Das Handy habe ich beim Joggen dabei, falls ich mich verletze. In diesem Fall war das wirklich hilfreich“, sagt er. Noch während er den Fall schilderte, entdeckte er die drei Jugendlichen. Sie hatten sich in einer Mulde hinter einem Baum versteckt. Für einen zweiten Fluchtversuch war es zu spät.

Ohne große Diskussion gaben sie auf, gingen zum Eingang der Kita und nahmen den Kegel mit. Zehn Minuten später hielt der aus Perleberg kommende Streifenwagen. Zwei der Jugendlichen konnten sich ausweisen, der dritte hatte keine Papiere dabei. Die beiden jüngeren sind 15 Jahre alt, ihr Kumpel 18 Jahre. Die Tat streiten sie gemeinsam ab.

Noch ein vierter Junge sei vor Ort gewesen und der hätte die Tat begangen. Sie selbst seien unschuldig. Warum sie wegliefen, konnten sie nicht so recht begründen. Das sei ein Fehler gewesen, meinten sie. Die zerkratzten Beine und Arme unseres Kollegen täten ihnen leid, sie entschuldigten sich dafür mehrmals.

Den von ihnen Beschuldigten kennen sie nur mit Vornamen. Er heiße Tim, mehr wüssten sie nicht, sie hätten sich erst kurz zuvor im Park kennen gelernt. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein, nahm eine Anzeige wegen Sachbeschädigung auf und ermittelt. Zum Glück ist der Sachschaden nur gering. Die Polizei spricht von 50 Euro.

Kita-Leiterin Heidi Bartoll bedankte sich gestern. Auch sie ist froh, dass nicht mehr passiert sei und die mutmaßlichen Täter nicht entkamen. Der Kegel gehört zum Spielplatz der Jüngsten. „Der ist noch ziemlich neu, war die letzte große Investition unseres Trägers, der Stadt Wittenberge“, sagt Bartoll. Schon häufig hätte es im Gebäude und vor allem auf dem Grundstück Ärger mit Vandalen gegeben. Seit dem Einbau der Alarmanlage sei es zwar besser geworden, dennoch würden immer wieder mal Gegenstände auf der Freifläche beschädigt, manchmal fliege ein Stein durch eine Fensterscheibe. Heidi Bartoll und ihre Kollegen sprechen von einer sinnlosen Zerstörungswut.

Die Polizei hat in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 15 Sachbeschädigungen bzw. Einbrüche in Wittenberger Kitas registriert, in diesem Jahr sind es bisher vier.

 

 

 

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